Krieg oder Frieden?

US-Regierung warnt Israel in scharfen Worten vor Isolation

Luftangriff Israels am Freitag im Libanon. Später war die Rede von einer neuerlichen Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah.
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Die Gewalt im Libanon bedroht die Einigung zwischen den USA und dem Iran. Beide erhöhen den Druck auf ihre Verbündeten.

Washington – Die US-Regierung verteidigt ihr Rahmenabkommen mit dem Iran und macht Druck auf Kritiker. Vizepräsident JD Vance schickte eine ungewöhnlich scharfe Warnung nach Israel: Präsident Donald Trump sei „derzeit der einzige Staatschef, der mit dem Staat Israel sympathisiert“, sagte Vance. „Wenn ich in der israelischen Regierung wäre, würde ich vielleicht nicht den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich weltweit noch habe.“ Vance erinnerte auch an die milliardenschwere Unterstützung der USA für Israel, die demnächst neu ausgehandelt werden muss.

Das Rahmenabkommen soll den Krieg an allen Fronten – inklusive Libanon – beenden, die Straße von Hormuz öffnen und Verhandlungen über das Atomprogramm des Iran neu starten. Dafür erhielt der Iran finanzielle Zugeständnisse.

Sabotage des Abkommens?

Die israelische Regierung hatte sich stets gegen einen Deal mit dem Iran ausgesprochen. Mutmaßungen zufolge könnte Israel versuchen, die Umsetzung des Rahmenabkommens zu hintertreiben.

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran hätten eigentlich am Freitag in der Schweiz starten sollen. Doch US-Vizepräsident Vance machte am Flughafen in Washington kehrt. Offiziell wurden dafür logistische Gründe genannt.

Das Schweizer Außenministerium teilte lediglich mit: „Die Gespräche auf dem Bürgenstock werden heute nicht wie geplant stattfinden.“ Bereits in dem Luxushotel am Vierwaldstättersee eingemietete Vertreter der Konfliktparteien und der Vermittler seien hinauskomplimentiert worden, hieß es. Wann und wo die Verhandlungen beginnen sollen, blieb zunächst offen.

„Der Libanon muss brennen“

Axios zufolge könnte die Absage mit der anhaltenden Gewalt im Libanon zusammenhängen. Allein am Freitag sollen bei israelischen Angriffen 21 Menschen getötet worden sein. Israel zufolge handelte es sich dabei um eine Reaktion auf Angriffe der Hisbollah, bei denen u.a. vier israelische Soldaten getötet wurden. Israels Polizeiminister Itamar Ben Gvir forderte, dass für jede Träne einer israelischen Mutter tausend libanesische Mütter weinen müssten: „Der ganze Libanon muss brennen!“

Am Freitagnachmittag erklärte dann ein Vertreter der US-Regierung: „Die Hisbollah und Israel haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt.“ Die USA, Katar und der Iran sollen daran mitgewirkt haben. Allerdings hatte sich eine frühere Waffenruhe im Libanon als sehr brüchig erwiesen. (floo, dpa)