„Notausstieg“ war gar keiner: Erschöpfter Kletterer verstieg sich auf Wildtier-Steig
Neustift im Stubaital – Ein folgenschwerer Irrtum hat am Donnerstagvormittag zu einer Rettungsaktion im Stubaital geführt. Wie die Polizei berichtet, waren ein 27-Jähriger und eine 26-Jährige gegen 10 Uhr in den Fernau-Klettersteig in Neustift eingestiegen. Nach knapp einer Dreiviertelstunde verließen den 27-Jährigen jedoch die Kräfte. Aufgrund der fortschreitenden Erschöpfung hängte sich der Mann trotz Warnung seiner Begleiterin aus dem Stahlseil aus, um den Klettersteig an einer vermeintlich sicheren Stelle vorzeitig zu verlassen.
Der „Notausstieg“ war jedoch keiner. Bei dem vermeintlichen Pfad handelte es sich lediglich um einen schmalen Steig von Wild- und Weidetieren, der den erschöpften Mann in zunehmend steiles, extrem absturzgefährdetes Gelände führte.
Notruf abgesetzt
Als der 27-Jährige nicht mehr vor- und auch nicht mehr zurückkam, wählte er den Notruf. Die 26-Jährige blieb bis zum Eintreffen der Rettungskräfte gesichert im Klettersteig und stieg noch einige Meter weiter auf, um den Sicht- und Rufkontakt zu ihrem Begleiter aufrechtzuerhalten.
Die alarmierten Einsatzkräfte der Flugpolizei rückten daraufhin aus. Die beiden Deutschen wurden schließlich vom Polizeihubschrauber „Libelle“ mittels einer Taubergung aus ihrer misslichen Lage befreit und unverletzt ins Tal geflogen. (TT.com)