Ausflug mit Stand-up-Paddles endete für drei Männer bei Wien tödlich
Traurige Gewissheit nach einer Vermisstenmeldung: Für die Ausflügler kam trotz einer großangelegten Suchaktion jede Hilfe zu spät.
Aus dem Marchfeldkanal bei Gerasdorf (Bezirk Korneuburg) sind am Donnerstag drei Tote geborgen worden. Die Männer hatten einen Ausflug mit Stand-up-Paddles unternommen. Am Mittwoch hatte die Mutter eines 27-Jährigen ihren Sohn in Wien als abgängig gemeldet, weil sie ihn nicht erreicht hatte. Im Rahmen einer großen Suchaktion wurden die Leichen gefunden. Die Polizei gehe nach derzeitigem Ermittlungsstand von einem Unfall aus, sagte Sprecher Stefan Loidl.
Tour auf dem Marchfeldkanal
Bei den Toten soll es sich um Männer im Alter von 27 und 28 Jahren handeln, der dritte wurde bisher noch nicht identifiziert. Die Frau hatte bei der Polizei angegeben, dass ihr Sohn am Montag mit anderen eine Tour auf dem Marchfeldkanal geplant hatte. Im Bereich einer Wehranlage in Gerasdorf wurden die Stand-up-Paddles und persönliche Gegenstände gefunden.
Gegen 20 Uhr wurde eine große Suchaktion gestartet, an der auch Diensthunde, eine Drohne sowie Wasserpolizei und Feuerwehr beteiligt waren. Nach knapp fünf Stunden wurde der Einsatz abgebrochen und in den Morgenstunden fortgesetzt. Vom Hubschrauber aus wurden zwei Leichen im Marchfeldkanal im Bereich der Seyringer Straße in Gerasdorf entdeckt, die dritte wurde kurz darauf in der Nähe gefunden.
Unfall bei Wehranlage vermutet
Vermutet wird, dass das Trio beim Versuch, eine Wehranlage zu durchfahren, ertrunken ist, wie auch der Kurier berichtete. Die Betriebsgesellschaft des Marchfeldkanals hat am Donnerstag auf ihrer Webseite darauf hingewiesen, dass das Durchfahren von Wehranlagen verboten ist. Boote, Kanus oder Kajaks sind an den dafür vorgesehenen Umtragestellen vorbeizuführen. „Bei der Durchfahrt besteht Lebensgefahr, da starke Unterströmungen, Walzenbildungen und unvorhersehbare Wasserbewegungen auftreten. Boote, Kanus oder Kajaks können durch Strömungen erfasst, beschädigt oder zum Kentern gebracht werden“, wurde gewarnt. (TT, APA)