Nun werden SOS-Kinderdorf-Ikonen vom Sockel gestoßen
Gründer Hermann Gmeiner werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen, Helmut Kutin wird Vertuschung angelastet.
Innsbruck - Die vertuschten Missbrauchsfälle u. a. in Imst, die Vorwürfe gegen Gründer Hermann Gmeiner, dem ebenfalls sexuelle Übergriffe angelastet werden, und dessen Nachfolger Helmut Kutin, der einen Großspender mit pädophilen Neigungen begünstigt haben soll, lasten schwer auf der größten privaten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Österreichs. Seit Ende Oktober gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen Hermann Gmeiner in mindestens acht Fällen.
Endgültige Aufschlüsse
Gmeiner und Kutin, die 1986 bzw. 2024 verstorben sind, erhielten für ihre Verdienste um die Kinderdörfer die höchsten Landesauszeichnungen verliehen, die Ehrenringe sollen jetzt aberkannt werden. Möglicherweise schon kommende Woche im Juli-Landtag. Vom Bericht der Griss-Kommission erwartet sich die Landesregierung endgültige inhaltliche Aufschlüsse.
Alles am Prüfstand
Das Verdienstkreuz für den vorzeitig abberufenen ehemaligen Geschäftsführer Christian Moser steht ebenfalls auf dem Prüfstand. Ihm wird wie Kutin Vertuschung angelastet. Das Land Tirol hat sich über Jahrzehnte finanziell bei SOS-Kinderdorf engagiert. Im Oktober 2010 wurde in Lumbini im Süden Nepals ein SOS-Kinderdorf mit 15 Häusern für bis zu 150 Kinder eröffnet. Die Tiroler Landesregierung hat mit 600.000 Euro den Löwenanteil der Kosten für die Errichtung übernommen.
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