Verstappen-Crash in letzter Kurve

Mercedes-Pilot Russell schnappt sich Spielberg-Pole vor Ferrari-Duo

Ski-Star Dominik Paris gratulierte George Russell zur Pole Position.
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Spielberg – Mercedes-Pilot George Russell hat sich die Pole Position für den Großen Preis von Österreich am Sonntag (15.00 Uhr/live ServusTV, Sky) gesichert. Der britische Formel-1-Fahrer fing in den letzten Sekunden des Qualifyings auf dem Red Bull Ring in Spielberg seinen Ferrari-Konkurrenten Charles Leclerc noch ab. Auf den dritten Platz kam Lewis Hamilton im zweiten Ferrari. Russells Teamkollege Kimi Antonelli landete auf dem vierten Platz.

Russell fuhr eine Zeit von 1:06,113 Minuten und schlug Leclerc damit um zwei Zehntel. Nach einem Ausritt von Red-Bull-Pilot Max Verstappen in der vorletzten Kurve gab es eine kurze Untersuchung, ob Russell die auf den Zwischenfall folgende Gelbe Flagge womöglich missachtet hatte und nicht vom Gas gegangen war. Es wurde jedoch kein Vergehen festgestellt.

Einfach oder doppeltes Gelb?

„Ich habe die Gelbe Flagge gesehen und habe dann ordentlich gelupft. Ich war zuerst fünf Zehntel vorne, am Ende hatte ich zweieinhalb Zehntel Vorsprung. Das sollte also reichen“, erklärte Russell nach seiner vierten Saison-Pole. Es sei „etwas ganz Besonderes“ gewesen, diese Runde zu fahren. Mercedes-Teamboss Toto Wolff sagte sofort, dass Russell keinen Fehler gemacht habe. „Das war die Pole-Runde, es war eine unglaubliche Runde, und ich freue mich wirklich sehr für ihn“, meinte der Wiener.

Antonelli brach seine letzte Runde hingegen ab und vergab damit die mögliche Chance auf die Pole Position. „Er dachte, es wäre eine doppelte Gelbe Flagge“, wies Wolff auf einen feinen regeltechnischen Unterschied hin. Bei Doppel-Gelb, die zunächst angezeigt schien, müssten die Fahrer umgehend drastisch die Geschwindigkeit reduzieren und sich sogar darauf vorbereiten, das Auto abzustellen. Danach gesetzte Quali-Rundenzeiten würden gestrichen. Bei einer einfachen Gelben Flagge müssen die Fahrer ebenfalls sofort abbremsen, Rundenzeiten bleiben aber bestehen.

Verstappen rutschte über Kiesbett

Bei 33 Grad Celsius in der Luft und 52 Grad Streckentemperatur zu Beginn des Qualifyings schenkten sich die Topteams der Motorsport-Königsklasse nichts und warfen einander die Rundenzeiten um die Ohren. Als Favorit für den besten Startplatz kristallisierte sich aber nichtsdestotrotz Antonelli schnell heraus. Der fünfmalige Spielberg-Sieger Verstappen hatte es nur um Haaresbreite in den letzten Quali-Abschnitt geschafft, war dann aber auf einer starken Runde unterwegs, ehe er die Kontrolle über sein Auto verlor und über das Kiesbett rutschte.

„Die letzte Runde war schon nicht ganz normal“, meinte Verstappen danach im Interview. „Natürlich bist du dann vielleicht ein bisschen mehr am Limit, aber dass es (das Auto; Anm.) so weggegangen ist, das verstehe ich immer noch nicht.“ Das Team müsse den Hergang analysieren, ob es vielleicht ein technisches Problem im Hintergrund gegeben habe.

Der Niederländer musste sich mit dem fünften Rang begnügen, dahinter folgten die beiden McLaren von Vorjahressieger Lando Norris und Oscar Piastri. In der WM-Gesamtwertung führt der 19-jährige Antonelli vor dem achten von 22 Saisonrennen 41 Punkte vor Hamilton und 50 Zähler vor Russell.