Tirol im Yoga-Flow
Yoga ist in Tirol längst aus den Studios hinausgewachsen: Heute wird auf Gipfeln geatmet, auf Wiesen geflowt, auf SUP-Boards balanciert und im Wald meditiert.
Von Elisabeth Zangerl
Yoga meets Berge, Seen und Wälder – Das Angebot ist so bunt wie die Landschaft selbst – und reicht von St. Anton am Arlberg bis Kufstein. Eine dynamische Szene hat sich hier im Laufe der letzten Jahre entwickelt, die Einheimische und Gäste gleichermaßen inspiriert und Natur, Kreativität und Achtsamkeit spielerisch vereint.
Yoga ist heute so vielseitig wie die Menschen rund um den Globus, die es praktizieren – und auch in Tirol wächst ein kreatives Angebot in alle Richtungen. Wird die Matte gegen ein Stand-Up-Paddle getauscht, entsteht „Woga“ – Yoga auf dem Wasser. Die Herausforderung: Die Asanas werden auf einer instabilen Unterlage ausgeführt. „Das schult nicht nur Konzentration und Koordination, sondern holt die Aufmerksamkeit ganz ins Hier und Jetzt. Körper und Geist werden gefordert, die Tiefenmuskulatur gestärkt“, heißt es dazu. Angebote gibt’s viele in Tirol, u.a. am Achensee – dort unterrichtet u.a. die diplomierte Yogalehrerin Kathrin Eidler. Und zwar ist dies noch bis September jeweils am Sonntag um 9.30 im Seebad Atoll am Achensee und am Freitag um 8.30 Uhr in Achenkirch (am Badestrand Achensee Nord) möglich (zusätzlich gibt’s Wogout, also „Fitness am SUP“, jeweils am Dienstag um 8.30 Uhr). Anfänger müssen beim Woga keine Angst haben, wie Kathrin Eidler erklärt: „SUP-Yoga eignet sich für alle, auch für Anfänger, solange man bereit ist, die Komfortzone zu verlassen und Spaß zu haben. Als einzige Voraussetzung gelten sichere Schwimmkenntnisse und die Bereitschaft, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.“ Weitere Infos über die WOGA SUP Yoga Academy, deren Gründerin Julia Klesse ist, finden Sie via Instagram unter: @wogasupyoga bzw. @sup_yoga_achensee oder auf der Homepage: woga-yoga.com
„Silent Yoga“
Je nach Stil, Energie und Setting verändert sich auch die Musik, die eine Yoga Stunde begleitet. Bei Yin Yoga dominieren etwa sanfte, meditative Klänge – ruhige Instrumentalmusik, tibetische Klangschalen oder Mantra Chants. Dynamische Flow Einheiten hingegen vertragen powervolle, rhythmische Sounds. Und manchmal bleibt es ganz still: Dann spricht man von „Silent Yoga“. Vom 24. bis 26. Juli findet in Kufstein ein Yoga Festival statt. Am Sonntag, 26. Juli, steht dort ein besonderes Highlight auf dem Programm: „Silent Yoga“ mit Raimund Feher (Treffpunkt 10:15 Uhr beim Eingang der Festung, Dauer 10:30–12:30 Uhr). Doch was macht Silent Yoga so besonders? „Moment für Moment in Ruhe und Gelassenheit ein positives Körpergefühl erleben und die Stille in sich aufnehmen. Übungen und Positionen mit dem Herzen spüren und sich zur Entspannung hin einfach in Frieden sein lassen. One Love – bewusst ohne beeinflussende Worte, damit du ganz in deiner Mitte sein kannst“, lautet das Credo.
Waldyoga
Beliebt ist eine Yoga-Praxis auch im Wald. Umgeben von Ruhe und absoluter Stille. Die Vorteile von Yoga im Wald liegen auf der Hand: Zum einen die klare Luft, die das Atmen erleichtert. Auch die natürliche Geräuschkulisse mit Vogelgezwitscher und Co, die wohl jeden Soundtrack ersetzt. Hinzu gesellt sich die Tatsache, dass der Wald nachweislich das Nervensystem beruhigt: Bäume, Moos, Erde, Düfte – all das senkt Stresshormone. Nicht zu vergessen ist die erdende Wirkung, die der Wald vermittelt. Dabei hat Tirol beispielsweise das Waldyoga.nestin in Wattenberg (circa 15 Fahrminuten von Wattens entfernt) zu bieten, das auch direkt gebucht werden kann (siehe: https://wundervoll-life.com/waldyoga-nest/). Heuer fand beispielsweise ein Special zur Sommersonnwende (Yoga Nidra & Sterne) statt. „Die Nacht der Sommer-Sonnwende trägt eine besondere Magie in sich“, erklärt Claudia Wopfner, die Ideengeberin dahinter. Eventuell wird in diesem Sommer auch noch ein Sunset Yoga im Waldyoga.nest angeboten.
Mountain Yoga Festival
Natürlich darf in Tirol auch ein vielfältiges Angebot von Yoga am Berg nicht fehlen. Zu den bekanntesten Formaten zählt das Mountain Yoga Festival St. Anton, das heuer vom 3. bis 6. September stattfindet. 2026 tritt das Festival bereits in sein zweites Jahrzehnt – eine bemerkenswerte Entwicklung für ein Event, das 2016 klein und mit viel Idealismus gestartet ist und heute weit über Tirol hinausstrahlt. Die Vision der Veranstalter war von Beginn an klar: ein Festival mit Retreat-Charakter. Im Mittelpunkt steht ein vielseitiges, hochwertiges Programm für Yoga- und Naturliebhaber:innen – von kraftvollen Vinyasa-Flows über regeneratives Yin Yoga bis hin zu Meditation, Pranayama und Chanting. Internationale Lehrer:innen begleiten die Teilnehmenden durch inspirierende Klassen und Workshops, die körperliche, mentale und spirituelle Prozesse gleichermaßen ansprechen. Die alpine Umgebung wird dabei ganz bewusst in die Praxis eingebunden: Yoga-Sessions auf Almwiesen sind ebenso Teil des Festivals wie stille oder auch anspruchsvolle Wanderungen.
Alpaka Yoga
Der Kreativität rund um Yoga sind keine Grenzen gesetzt. So stoßen wir im Zuge unserer Recherche sogar auf Yoga mit Alpakas. Angeboten wird das Ganze in Seefeld. Darunter versteht sich eine Yoga-Einheit inmitten einer Alpaka-Herde: „Finden Sie durch Yoga und Alpaka-Achtsamkeit wieder mehr zu sich selbst“, lautet der Leitgedanke hierbei. Angeboten wird dies jeden Mittwoch während des Sommers von 17 bis 18.30 Uhr bis zum 23. September.
Im Angebot in Seefeld steht unter vielem anderen auch „Yoga goes Functional“ – eine Mischung aus HIIT, Pilates und Yoga für mehr Kraft, Flexibilität, Ausdauer und Koordination. Auch gibt’s „Yoga & Waffeln“ im aHORN in der Leutasch – nach einer einstündigen Yoga-Einheit gibt’s ein gemeinsames Waffel-Frühstück.