Wegen Hitzewelle

Trauriger Rekord droht: Heuer bereits 25 Badetote in Österreich

Die Einsatzkräfte mussten heuer bereits zu zahlreichen Einsätzen anrücken. (Symbolfoto)
© APA/Florian Wieser

Schwimmen ist besonders bei hohen Temperaturen eine willkommene Abwechslung und gute Möglichkeit, um sich abzukühlen. Allerdings gehen damit auch Risiken einher, heuer sind bereits 25 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen.

Viele Menschen suchen bei der aktuell herrschenden Hitzewelle Abkühlung im Freibad oder See. Der Sprung ins kühle Nass birgt jedoch auch gesundheitliche Risiken, wie den Kälteschock oder Kreislaufprobleme. Dementsprechend hoch ist heuer bereits die Zahl tödlicher Badeunfälle, insgesamt kamen 25 Menschen ums Leben. Im vergangenen Jahr waren es laut Zählung von Medienberichten durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) im ersten Halbjahr 14 Tote.

Die offizielle Zahl der Badetoten für das Jahr 2025 ist noch nicht von der Statistik Austria veröffentlicht worden. 2024 ertranken 44 Menschen beim Schwimmen, 2019 waren es 38. Mit 28 Menschen waren 2020 in den vergangenen Jahren die wenigsten Opfer zu beklagen.

Erster Badeunfall bereits im Mai

Im Vorjahr kam der erste Badetote aufgrund des schlechten Wetters Mitte Juni ums Leben, heuer ereignete sich der erste tödliche Unfall schon im Mai. 2025 war die Geschlechterverteilung mit je sieben Männern und Frauen ausgewogen, in diesem Jahr waren 23 von 25 Opfern männlich.

Besonders dramatisch waren der 22. Juni und der 28. Juni. An diesen Tagen starben je drei Menschen bei Badeunfällen. Am vergangenen Wochenende war ein Kind unter den Toten, beim Baden unterhalb eines Wasserfalls in der Nähe einer Wasserwalze in Bludenz wurden die drei Schwimmer von der starken Strömung unter Wasser gedrückt. Am 25. Juni verunglückten drei Männer am Marchfeldkanal bei Gerasdorf in Niederösterreich auf ihren Stand-up-Paddles, vermutlich beim Überwinden einer Schleuse.

Bedingungen werden oft unterschätzt

„Die Zahl der tödlichen Ertrinkungsunfälle in Österreich ist derzeit enorm. Wir müssen leider davon ausgehen, dass sich dieser Sommer zu einem traurigen Rekordjahr entwickeln könnte – obwohl diese Tragödien vermeidbar wären“, sagte Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Man dürfe nicht unterschätzen, dass Schwimmen nicht in jeder Umgebung gleich sei.

„Kalte Flüsse, Strömungen oder Wellengang stellen Kinder und Erwachsene, selbst sehr geübte Schwimmerinnen und Schwimmer, vor völlig andere Herausforderungen. Wer in offenen Gewässern unterwegs ist, sollte deshalb eine gut sichtbare aufblasbare Schwimmboje mitführen und seine Schwimmkompetenz durch regelmäßige Schwimm- und Sicherheitstrainings erweitern“, so Trauner-Karner.

„Im privaten Bereich empfehlen wir mit Nachdruck, Pools, Biotope und Gartenteiche durch geeignete Zäune oder andere Zugangssicherungen abzusichern. Gerade dort entstehen innerhalb weniger Augenblicke lebensgefährliche Situationen, weil Kinder unbemerkt ans Wasser gelangen und keine unmittelbare Aufsicht vorhanden ist.“ (APA, TT.com)