Arbeitslosigkeit in Tirol leicht gestiegen, aber auch wieder mehr offene Stellen
Im Juni waren in Tirol etwas mehr Menschen ohne Job als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg kräftig an, ebenso wuchs die Langzeitarbeitslosigkeit. Im Bundesländervergleich steht Tirol aber dennoch weiterhin gut da: Die Arbeitslosenquote ist österreichweit im Land die niedrigste. Und die Beschäftigung wächst.
In Tirol waren im Juni 13.991 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +221 Menschen mehr (+1,6 %). Sechs von zehn arbeitslosen Personen sind seit weniger als drei Monaten ohne Beschäftigung. 14,3 Prozent haben aktuell eine Einstellzusage von einem Betrieb und 20,9 Prozent waren zuletzt in der Beherbergung und Gastronomie beschäftigt. Das teilte das AMS Tirol am Mittwoch mit.
Dazu kommen noch die Menschen, die aktuell vom AMS Tirol geschult werden: 2742 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen teil. Das sind im Vorjahresvergleich um 322 Personen oder 13,3 Prozent mehr. Unterm Strich waren in Tirol im Juni somit 16.733 Personen ohne Job.
Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um +2,4 % gestiegen und aktuell sind in Österreich 295.457 Menschen arbeitslos vorgemerkt. Insgesamt waren bundesweit 368.948 ohne Job. In Tirol ist das Plus bei den Arbeitslosen somit etwas geringer ausgefallen als im Bundesschnitt.
Niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs
Bei 13.991 Arbeitslosen und geschätzten 362.000 unselbstständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Juni 2026 in Tirol 3,7 Prozent. Im Bundesländervergleich ist das der niedrigste Wert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote in Tirol auf dem gleichen Niveau geblieben.
Weiterhin den stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es in Innsbruck. Spürbar unter dem Vorjahresniveau war die Beschäftigungslosigkeit in der Industrie.
Mehr Langzeit-Arbeitslose
Die Langzeitarbeitslosigkeit steigt weiter. Aktuell sind in Tirol 2405 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von 14,9 Prozent bzw. 312 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen lebt mit gesundheitlichen Einschränkungen oder einer Behinderung, die eine Arbeitsaufnahme erschweren. Fast jede zweite betroffene Person verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss und fast ebenso viele sind älter als 50 Jahre.
Arbeitslosigkeit in Tirol im Juni 2026
Arbeitslosigkeit gestiegen:
+221 Personen oder +1,6 Prozent auf 13.991 Personen. Zusätzlich waren 2742 Personen in Schulungen (+13,3 Prozent).
Beschäftigung gestiegen:
+1.000 Personen oder +0,2 Prozent auf 362.000 unselbständig Beschäftigte
Arbeitslosenquote:
konstant bei 3,7 Prozent
„Der Tiroler Arbeitsmarkt zeigt weiterhin eine erfreuliche Stabilität“, erklärte Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol. Die Beschäftigung wachse, die Arbeitslosenquote bleibe auf niedrigem Niveau und bei den offenen Stellen seien wieder leichte Zuwächse erkennbar. „Das sind positive Signale für die kommenden Monate“, sagte die AMS-Tirol-Chefin.
Mehr offene Stellen
Erstmals seit Oktober 2025 liegt die Zahl der gemeldeten offenen Stellen wieder über dem Vorjahresniveau. Ende Juni waren beim AMS Tirol 7306 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet (+1,3 Prozent oder 93 Stellen). Besonders deutlich ist der Anstieg in der Arbeitskräfteüberlassung und in der Beherbergung und Gastronomie. Auch in der Baubranche, bei den technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen und in der Warenherstellung gibt es mehr offene Jobs. Weniger Stellen wurden hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Bereich Verkehr und Lager gemeldet.
Mehr ältere Arbeitslose
Fast jeder fünfte Beschäftigte in Tirol ist inzwischen bereits zwischen 55 und 64 Jahre alt. Ihr Anteil an der Erwerbsbevölkerung ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, betonte das AMS. Gleichzeitig zeige sich, dass ältere Arbeitskräfte stärker von Arbeitslosigkeit betroffen seien. Fast jeder vierte Arbeitslose in dieser Altersklasse ist von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen.
Konkret meldeten sich heuer im ersten Halbjahr 5605 Personen im Alter von 55 bis 64 Jahren in Tirol arbeitslos. Im selben Zeitraum konnten 4373 Personen dieser Altersgruppe wieder in Arbeit vermittelt werden und knapp 2000 Menschen haben sich wegen Krankenstand abgemeldet oder sind in die Pension übergetreten.
Die Arbeitslosenquote der Männer liegt mit 3,7 Prozent leicht unter jener der Frauen (3,8 %). Bei den Frauen ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen, bei den Männern liegt sie stabil auf dem Vorjahresniveau.
Bundesweit keine Entspannung
Bundesweit gibt es weiterhin keine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt: Ende Juni waren beim AMS 368.948 Menschen arbeitslos oder in Schulung gemeldet – um 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 2,4 Prozent oder 6912 Personen auf 295.457, die Zahl der Schulungsteilnehmer sank um 3,1 Prozent oder 2383 Personen auf 73.491, wie das Sozialministerium bekanntgab. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betreffe – außer bei den Jugendlichen – alle Altersgruppen, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Bei den Jüngeren stagniere die Zahl der Arbeitssuchenden. Der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden gegenüber dem Vorjahr habe sich über die vergangenen Monate „annähernd stabil“ entwickelt.
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