Union bietet Sicherheit

Zustimmung zur EU hat neues Rekordhoch erreicht

Ein Mann mit einer Europafahne bei einer proeuropäischen Kundgebung in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Europaweit ist die Zustimmung zur EU auf einem Allzeithoch.
© AFP/Mihailescu

74 Prozent der europaweit Befragten und 62 Prozent der Österreicher befürworten EU-Mitgliedschaft. EU wird als Stabilitätsanker wahrgenommen.

Die EU-weite Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft befindet sich laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage im Auftrag des EU-Parlaments auf einem Allzeithoch. 74 Prozent der europaweit Befragten halten die EU-Mitgliedschaft demnach für vorteilhaft. In Österreich sind 62 Prozent dieser Ansicht – um zwei Prozentpunkte mehr als 2025 und acht mehr als noch vor fünf Jahren. Drei Viertel der Befragten (in Österreich 76 Prozent) halten die EU für einen Ort der Stabilität in einer unsicheren Welt.

Mit der Invasion Russlands in der Ukraine ist der Krieg nach Europa zurückgekehrt. Zugleich zeigt das transatlantische Bündnis mit den USA immer mehr Risse. In einer zunehmend unsicher werdenden Welt sehen viele Europäer die Union als Schutzschild. Trotzdem verspüren europakritische Parteien in vielen EU-Mitgliedsländern starken Rückenwind.

Angst vor unsicherer Welt

Dass die EU zur Stärkung von Frieden und Sicherheit beiträgt, glauben EU-weit 40 Prozent, in Österreich 38 Prozent. Als weitere Vorteile werden in Österreich vor allem der Beitrag der EU zum Wirtschaftswachstum (33 Prozent), neue Arbeitsmöglichkeiten (30 Prozent) und die verbesserte Zusammenarbeit mit anderen EU-Staaten (27 Prozent) gesehen.

Für die EU sehen 59 Prozent der Befragten (58 Prozent in Österreich) eine positive Zukunft. Die Zukunft der Welt wird jedoch von den Europäern überwiegend pessimistisch beurteilt: 58 Prozent der Befragten sehen sie schwarz, in Österreich jeder Zweite. Am optimistischsten wird die Zukunft für das eigene Land (in Österreich 69 Prozent) bzw. für die eigene Familie und für sich selbst (in Österreich 81 Prozent) gesehen. Unsicherheit ist sowohl EU-weit als auch in Österreich der vorherrschende emotionale Zustand unter fast der Hälfte der Befragten.

Um die Position der EU weltweit zu stärken, halten die Europäer (39 Prozent, in Österreich 32 Prozent) Verteidigung und Sicherheit für die wichtigsten Anliegen. Europa sieht sich angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und Trumps Abkehr von der transatlantischen Partnerschaft mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Es wird – auch militärisch – an einer neuen Sicherheitsarchitektur gearbeitet. Für die Österreicher (33 Prozent) ist die Unabhängigkeit bei Energie und anderen Ressourcen freilich noch wichtiger. 60 Prozent der Befragten (49 Prozent in Österreich) wünschen sich eine wichtigere Rolle für das Europaparlament.

Sorge um Lebensstandard

Sowohl EU-weit als auch in Österreich zeigt die Umfrage mit 83 bzw. 85 Prozent Zustimmung eine hohe Zufriedenheit der Befragten mit der eigenen Lebensqualität. Allerdings glauben 38 Prozent in Österreich auch, dass sich der eigene Lebensstandard in den nächsten fünf Jahren verschlechtern wird, 46 Prozent erwarten keine Änderung. Als wichtigstes Anliegen für die Verbesserung der Lebensqualität wird von 42 Prozent (in Österreich 43 Prozent) die finanzielle Bewältigung der Lebenskosten genannt. Für die Umfrage wurden europaweit im April und Mai 26.421 Personen – in Österreich 1003 – im Alter von über 15 Jahren interviewt. (APA, jec)