Nach tödlichem Flugzeugabsturz: Spendenkonto für Witwe und Kinder eingerichtet
Der Lienzer Markus Planegger war eines von vier Opfern des Flugzeugabsturzes am 4. Juni. Er hinterlässt eine Familie mit zwei Söhnen, die ums Weitermachen kämpft. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet.
Lienz – Es ist knapp einen Monat her, dass ein schweres Unglück vier Männer aus dem Bezirk Lienz das Leben kostete. Sie waren am 4. Juni vom Osttiroler Flugplatz Nikolsdorf in Richtung Kroatien gestartet, als das Kleinflugzeug, das einem der Männer gehörte, kurz vor der Landung bei Pula abstürzte. Für die vier Insassen kam jede Hilfe zu spät.
Einer der Verunglückten war Markus Planegger aus Lienz, mit seinen 40 Jahren der Jüngste der Gruppe. Jacqueline Planegger kann es bis heute kaum fassen, dass ihr geliebter Ehemann nicht mehr da ist. „Die Trauer ist grenzenlos, die Angst ohne Dich wiegt schwer“, heißt es in der Todesanzeige, und so beschreibt es die Witwe auch selbst. Eine ihrer liebsten Erinnerungen ist jene an die Eheringe, die Markus mit eigenen Händen geschmiedet hat. Familie, Verwandte und Freunde unterstützen sie und die beiden Söhne Luca (13) und Lino (8).
Einkommen des Vaters fehlt
Markus Planegger war gelernter Kfz-Techniker und Unternehmer, 2017 gründete er seine Firma „Plantech“ und war in den Bereichen Maschinenbau, Drucklufttechnik und Instandsetzungen aller Arten tätig. Nun reißt das fehlende Einkommen des Vaters ein Loch in die Finanzen der Familie. Neben dem unermesslichen Leid bedeutet das eine zusätzliche Belastung. Um Jacqueline und ihren Söhnen zu helfen, wurde ein Spendenkonto eingerichtet.
„Jeder Euro hilft der Familie, die nächste Zeit finanziell zu überstehen und trägt dazu bei, dass sie ihr Zuhause behalten kann“, heißt es auf dem Spendenaufruf, den die Gemeinde Nußdorf-Debant und Freunde der Familie vor einigen Tagen gestartet haben.
Spendenkonto
- Bank: Raika Sillian-Lienzer Talboden
- Kontoname: Jacqueline Planegger
- IBAN: AT61 3636 8000 0013 5061
- BIC: RZTIAT22368
- Verwendungszweck: Spende Fam. Planegger
Wie sehr das Unglück die Menschen in Osttirol und weit darüber hinaus bewegte, war bei einer Gedenkveranstaltung am Flugplatz Nikolsdorf zu erkennen. Über 2000 Gäste nahmen an der Trauerfeier für Markus Planegger, Samuel Eichholzer, Peter Weingartner und Walter Pondorfer teil. Während Lieblingslieder der vier verstorbenen Männer gespielt wurden, ließen Familienangehörige rote Herzluftballons in den Abendhimmel aufsteigen.
📽️ Video | Gedenkfeier für die Verstorbenen in Nikolsdorf
Die Absturzursache ist noch immer nicht geklärt. Die Maschine vom Typ Beechcraft G36 Bonanza war am Fronleichnamstag, dem 4. Juni, in Nikolsdorf gestartet. Gegen 11.20 Uhr geriet sie kurz vor dem kroatischen Zielflughafen ins Trudeln und wurde immer langsamer. Ein Augenzeuge beschrieb damals, dass das Flugzeug einfach zu Boden gestürzt sei, eine Explosion habe es nicht gegeben. Die kroatischen Behörden führten Obduktionen durch und überstellten die sterblichen Überreste der vier Männer in die Heimat.
Verfahren eingestellt
In Österreich wird nicht weiter ermittelt. Das erklärt Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck. „Es gibt für uns keinen Hinweis auf Fremdverschulden. Und wenn, würden die Ermittlungen in Kroatien stattfinden müssen. Deshalb wurde der Akt geschlossen.“
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