Von Tauziehen bis Ski-Ballett: Was kam, was ging bei den Olympischen Spielen
Das olympische Programm hat sich über die Jahrzehnte hinweg gewandelt. Einiges kehrte später wieder zurück.
Tauziehen war nach 20 Jahren als Disziplin der Leichtathletik plötzlich Geschichte (1900 bis 1920), Hindernis-Schwimmen (1900) nach nur einer Austragung und das Schießen auf lebende Tauben vor mehr als 100 Jahren sowieso – das Programm der Olympischen Spiele ist ständig im Wandel. In den jüngeren Jahrzehnten umso mehr. Zwar wird nicht mehr um den Verbleib von Kunstbewerben als Teil der olympischen Familie diskutiert, wie sie etwa zwischen 1912 und 1948 üblich waren, und dennoch orientiert man sich offensichtlich am Zeitgeist bzw. Austragungsort.
Geschichte ist auch der Status „Demonstrationsbewerb“, auch Vorführbewerb genannt. So war etwa Ski-Ballett 1988 und 1992 Teil des Programms, allerdings gab es keine offiziellen Medaillen. Es ging lediglich darum, den Sport auf eine mögliche spätere Aufnahme zu testen. Das Internationale Olympische Komitee IOC schaffte dieses Konzept 1992 (Winter) bzw. 1996 (Sommer) ab. Neue Sportarten werden stattdessen direkt als offizielle Wettbewerbe – oft zunächst probeweise für einzelne Spiele – aufgenommen.
Nur kurz dabei: Speedskiing
Im Gegensatz zum Ski-Ballett schaffte Curling den Sprung: 1924 im Programm, 1932, 1988 und 1992 als Demo-Bewerb dabei, seit 1998 fixer Bestandteil und seit 2018 mit drei Bewerben (Damen, Herren, Mixed) vertreten. Im Gegensatz dazu verschwand das ähnliche, in Österreich verbreitete, Eisstockschießen nach Probeläufen 1936 und 1964 wieder. Auch Hundeschlittenrennen (1932) oder Geschwindigkeits-Skifahren (1992) blieben Vorführbewerbe.
Im Gegensatz dazu war Militärpatrouille, Mannschaftssport mit der Kombination aus Langlaufen und Schießen, bei den ersten Winter-Spielen 1924 in Chamonix dabei, wurde dann zum Demo-Bewerb (1936, 1948) und ging schließlich im Biathlon (seit 1960) auf – wenn auch nicht offiziell vom IOC als Vorläufer so geführt. Inzwischen umfasst Biathlon insgesamt elf Bewerbe.
Nicht ins Programm schafften es hingegen die Demo-Bewerbe Skijöring (1928) – Skifahrer werden von Pferden gezogen –, Winter-Fünfkampf (1948) mit Langlauf, Geländeritt, Pistole-Schießen, Fechten, Abfahrtslauf und Bandy (1952), eine Art Feldhockey am Eis.
Die jüngsten Modernisierungen betrafen vor allem das Sommerprogramm: 2028 in Los Angeles feiern Squash, Cricket (nach 128 Jahren) und Flag Football (American Football Demo-Bewerb 1904, 1932) ihre (Re-)Premieren. Zuletzt bei den Winterspielen in Milan-Cortina gab es erstmals Medaillen für Skibergsteigen (Sprint, Mixed), Mixed-Skeleton, Doppelsitzer-Rodeln für Frauen und im Dual Moguls. (sab)
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