2,5 Millionen im Topf

Kaum gestartet: Ansturm der Außerferner Haushalte auf Extra-Zuschuss des Landes

Die digitalen Anmeldungen für den speziellen Regionalzuschuss werden im Außerfern gerade massenweise durchgeführt.
© Helmut Mittermayr

Der Juli ist gerade erst eine Woche alt und schon haben 3500 Haushalte mit mehr als 8000 Personen im Bezirk Reutte um die spezielle Außerfernförderung des Landes angesucht.

Reutte, Innsbruck – Im Leben gibt es oft verschiedene Wirklichkeiten und Wahrnehmungen. Dies zeigt sich am frisch gelaunchten Regionalgutschein Außerfern. Das Land Tirol freut sich über den hohen Zuspruch der Bevölkerung nach nur einer Woche. Ein Viertel der Haushalte hat sich schon registrieren lassen.

Eine Welle von Anmeldungen

Für Fernpass-Mautgegner stellt der Gutschein hingegen ein „Gekauft-werden“ dar. Die Empfehlungen, sich als Transit- und Mautgegner nicht für die Landesförderung anzumelden, haben beim Gros der Bevölkerung noch keine Wirkung gezeigt. Hatten vor wenigen Tagen noch ein paar Hundert Transitgegner am Katzenberg gegen Verkehr, Maut und Spezialförderung demonstriert, so haben sich in nur einer Woche 3500 Haushalte nach Zugang des Postwurfs registriert. Und täglich kommen mehr herein, heißt es seitens des Landes Tirol. Alle Außerferner Haushalte sind anspruchsberechtigt.

Die Initiative der Transit- und Mautgegner sieht im neuen Außerferngutschein eine verdeckte Abgeltung der künftigen Fernpassmaut, die in rund vier Jahren eingeführt werden soll. Die Zustimmung der Bevölkerung soll über Förderungen erreicht werden.

Die Kaufkraft im Bezirk Reutte soll gestärkt werden. Wir gehen davon aus, dass die gesamten 2,5 Millionen Euro durch die Außerferner Bevölkerung ausgeschöpft werden.
Landeshauptmann Toni Mattle

Die Landesregierung weist dies strikt von sich. Jene 2,5 Millionen Euro, die nun jährlich zusätzlich in den Bezirk Reutte fließen, seien eine Ausweitung des bereits bestehenden „Sonderförderungsprogramms für die Naturparkregion Reutte-Lechtal 2024–2034“. Damit soll die Kaufkraft im Bezirk gestärkt werden, wie Landeshauptmann Toni Mattle gebetsmühlenartig betont. Nach derzeitigem Stand geht das Land davon aus, dass die entsprechenden Mittel für die Außerfernförderung vollkommen ausgeschöpft werden.

Bis Dienstag, 7. Juli, haben sich auch 123 Unternehmen aus dem Bezirk Reutte, gewissermaßen der Gegenpart, bei dem die Gutscheine eingelöst werden können, registriert. „Von Golfkurs bis Massage, von Taxi bis Berghütte, von Installation bis Reifenhandel, von WIFI bis Lebensmittelhandel – die Bandbreite ist groß“, weiß Wolfgang Winkler, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Reutte. Auch regional seien die Akzeptanzstellen, wie sie im Fachjargon heißen, im ganzen Bezirk von Biberwier bis Steeg, von Vils bis Zöblen verteilt. „Eine Reutte-Lastigkeit ist nicht gegeben. Alle Regionen sind abgedeckt. Auch das ist gut“, freut sich der Kämmerer.

„Geld“ kommt per Gutscheinkarte

Alle Haushalte im Bezirk Reutte hatten Anfang Juli die amtliche Mitteilung zur Außerfernförderung per Postwurf erhalten. Die erste Registrierungswelle ist digital erfolgt, eine Anmeldung wäre aber auch mittels Coupon an BH Reutte oder Land Tirol möglich. Die Gutscheinkarten, ähnlich Bankomatkarten, werden ab September per RSb-Brief zugestellt. Je nach Haushaltsgröße kommen 150, 200 oder 290 Euro einmal jährlich zur Auszahlung.

Der neue Außerferner VP-Landtagsabgeordnete Florian Klotz freut sich über den großen Zuspruch nach nur einer Woche: „Ich bin beeindruckt. Das hat gewiss auch damit zu tun, dass die Anmeldung sehr einfach ist.“

Nicht zum Verkauf zu stehen – dieses Sujet wird von Transit- und Fernpass-Mautgegnern im Netz derzeit fleißig geteilt.
© Helmut Mittermayr