Harry verliert spektakulären Prozess – jetzt rechnet er mit dem Gericht ab
Prinz Harry muss vor Gericht eine bittere Niederlage einstecken. Seine Klage gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung Daily Mail wurde abgewiesen. Doch der Royal will das Urteil nicht auf sich sitzen lassen – und erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das Gericht.
Schwere Schlappe für Prinz Harry: Der 41-Jährige ist mit seiner Klage gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung Daily Mail vor Gericht gescheitert. Gemeinsam mit Popstar Elton John, dessen Ehemann David Furnish sowie weiteren Prominenten hatte Harry dem Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) vorgeworfen, über Jahre hinweg mit illegalen Methoden an private Informationen gelangt zu sein. Doch der Richter sah die Vorwürfe nicht ausreichend belegt und wies die Klage in einem 436 Seiten langen Urteil ab.
Nur wenige Stunden später meldeten sich Harry und Mitklägerin Doreen Lawrence mit einer scharf formulierten Stellungnahme zu Wort. Darin sprechen sie von einer „offensichtlichen Vertuschung“, die allerdings nicht völlig überraschend komme. Besonders harte Kritik üben sie am Gericht selbst: „Der Aufwand, den das Gericht betrieben hat, um die ,Mail‘ zu entlasten, ist ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt“, heißt es in dem auf Englisch veröffentlichten Statement, das unter anderem der BBC und dem Independent vorliegt.
Wenn das Gericht erkläre, es gebe keine ausreichenden Beweise für Fehlverhalten, „obwohl die Dokumente das Gegenteil belegen, dann fragt man sich, wie der Gerechtigkeit überhaupt Genüge getan werden sollte“, schreiben die beiden weiter.
Emotionale Aussagen vor Gericht
Der ANL-Verlag feierte das Urteil dagegen als „überwältigenden Sieg“ – nicht nur für die Daily Mail und ihre Journalisten, sondern auch für die Pressefreiheit. Im Mittelpunkt des Prozesses standen schwere Vorwürfe gegen Reporter der Daily Mail. Sie sollen Telefonate und Mailbox-Nachrichten abgehört sowie über Privatdetektive an sensible Dokumente, darunter Krankenakten, gelangt sein.
Harry hatte im Jänner selbst vor Gericht ausgesagt und wurde dabei sichtlich emotional. Mit brüchiger Stimme sagte er: „Sie haben das Leben meiner Frau vollkommen zur Hölle gemacht.“ Auch Elton John fand deutliche Worte. Die Methoden des Verlags seien „abscheulich und jenseits jeglicher Standards menschlichen Anstandes“, erklärte der Musiker vor Gericht.
Streit mit den Royals geht weiter
Für Harry ist der Prozess nur ein weiteres Kapitel in seinem jahrelangen Kampf gegen die britische Boulevardpresse. Seit seinem Rückzug aus dem engeren Kreis der Royals im Jahr 2020 und dem Umzug in die USA mit Ehefrau Herzogin Meghan und den beiden Kindern führt er einen regelrechten Feldzug gegen die sogenannten Tabloids. Es war bereits seine dritte Klage dieser Art.
Zusätzliche Brisanz erhielt Harrys Aufenthalt in London auch aus familiären Gründen. Kurzzeitig hatte es nach einer möglichen Annäherung an seinen Vater, König Charles III., ausgesehen. Medien berichteten sogar, Harry könnte mit seiner Familie im Buckingham-Palast übernachten. Doch daraus wurde nichts: Der Palast dementierte entsprechende Berichte und erklärte, ein früheres Angebot sei inzwischen abgelaufen. Harry reagierte über einen Sprecher verärgert. Eine Versöhnung zwischen Vater und Sohn scheint damit erneut in weite Ferne gerückt. (TT, APA)
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