Erich-Fried-Preis geht an Fiston Mwanza Mujila
Der in Graz lebende Autor Fiston Mwanza Mujila erhält den mit 15.000 Euro dotierten Erich-Fried-Preis 2026. Die Verleihung findet am 15. November in Wien statt.
Wien – Der Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila erhält den Erich-Fried-Preis 2026. Die Entscheidung traf die deutsche Schriftstellerin, Übersetzerin und Verlegerin Daniela Seel als diesjährige Alleinjurorin. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am 15. November um 11 Uhr im Literaturhaus Wien vergeben. Seel wird dabei auch die Laudatio halten.
Mujila, 1981 in Lubumbashi im Kongo geboren, lebt seit Jahren in Graz. Er schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet Literaturen afrikanischer Länder an der Universität Graz. Bekannt wurde er im deutschsprachigen Raum vor allem mit seinem 2016 im Zsolnay-Verlag erschienenen Debütroman „Tram 83“, für den er zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
2022 folgten der Roman „Tanz der Teufel“ sowie der Lyrikband „Kasala für meinen Kaku“. Die Deutsche Oper Berlin hat ihn für die Saison 2026/27 als Poet in Residence eingeladen.
„Vielzüngiges Repertoire“
Seel würdigt Mujila als Autor eines „vielzüngigen Repertoires an Gedichten, Romanen, Theatertexten, Libretti, Essays, Reden und Herausgaben“. Seine Texte verbänden „auf begeisternde Weise Leben, Träumen und Denken“ mit Musik und der Vielstimmigkeit menschlicher Rede. Mujila zu lesen oder performen zu hören, führe „an die Grundfragen unserer Existenz und unseres Zusammenlebens“, so die Jurorin.
Auch Kulturminister Andreas Babler gratulierte dem Preisträger. Mujilas Werk erinnere in seinem politischen Gehalt an Erich Fried. Beide stünden für eine Literatur, „die nationale und sprachliche Grenzen überschreitet“. Mujila verkörpere, so Babler, „eine Literatur, die kulturelle Offenheit lebt“.
Auch Alois Hotschnig unter den Ausgezeichneten
Der Erich-Fried-Preis wird seit 1990 von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft vergeben und vom Kulturministerium gestiftet. Er erinnert an den 1921 in Wien geborenen Dichter Erich Fried, der 1988 in Baden-Baden starb. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern der vergangenen Jahre zählen unter anderem Teresa Präauer, Esther Kinsky, Melinda Nadj Abonji, Urs Allemann und zuletzt Cemile Sahin.
2008 ging er Erich-Fried-Preis an den Innsbrucker Schriftsteller Alois Hotschnig. (APA, TT)
Mit 30.000 Euro dotiert
Ein „Text von existenzieller Wucht“: Lena Schätte gewinnt Bachmann-Preis 2026
Setzt sich für Menschenrechte ein
Mit 25.000 Euro dotiert: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an Juristen
Höchste Auszeichnung der Republik
Clemens J. Setz erhält den Großen Österreichischen Staatspreis
Mit 25.000 Euro dotiert
Kommentare