Metas neue KI nutzt Fotos von Instagram-Accounts: Was man dagegen tun kann
Meta hat eine neue KI zur Erstellung von Fotos und Videos gestartet. Die Besonderheit: Die KI kann die öffentlichen Fotos von jedem beliebigen Instagram-Account nutzen, um neue Bilder zu generieren. Wer das nicht möchte, muss seine Privatsphäre-Einstellungen anpassen.
Innsbruck – Der Technikkonzern Meta hat eine neue KI zur Erstellung von Fotos und Videos gestartet, die es mit Konkurrenten wie OpenAI und Google aufnehmen soll. Konkret wurden zwei neue Bild- und Videogeneratoren entwickelt, die unter den Namen „Muse Image“ bzw. „Muse Video“ firmieren (letzteres vorerst als Vorschau-Version).
Der Bildgenerator „Muse Image“ ist ab sofort in der „Meta-AI“-App sowie auf der zugehörigen Website verfügbar. Zudem soll auch der Messengerdienst „WhatsApp“ das neue KI-Modell nutzen, um Bilder in Chats zu erzeugen. Auf Instagram sollen zudem in Kürze mehr als 30 KI-gestützte Effekte für Stories verfügbar sein. Diese sind aber vorerst nur in den USA verfügbar, berichtet unter anderem der Spiegel online.
Meta setzt auf „Opt-in“
Ein zentraler Aspekt und die Krux an der Sache betrifft die Verknüpfung der Dienste: Alle volljährigen Personen mit einem öffentlichen Instagram-Konto wurden von Meta automatisch für die neue Funktion freigeschaltet (ein sogenanntes „Opt-in“).
Heißt konkret: Wenn andere NutzerInnen den Accountnamen einer Person kennen, können sie diese in der „Meta-AI“-App per „@-Mention“ markieren. Die KI greift dann auf die öffentlich geposteten Fotos der NutzerInnen zu, um daraus neue, KI-generierte Bilder zu erstellen. Meta beschreibt diese Funktion im Firmenblog als Möglichkeit, personalisierte Einladungen oder Grafiken zu gestalten. Die betroffenen Account-Inhaber erhalten jedoch keine Benachrichtigung, wenn ihre Fotos von der KI verarbeitet werden, so die New York Times.
Sowohl in den sozialen Netzwerken als auch in internationalen Medien stößt diese Standardeinstellung auf Kritik. Die New York Times berichtet über die Datenschutzbedenken und den Widerstand zahlreicher NutzerInnen.
Wie man die KI-Nutzung unterbindet
NutzerInnen müssen der Verwendung ihrer Fotos für fremde KI-Generierungen nicht zustimmen. Es gibt zwei Optionen, um die Funktion zu deaktivieren.
Methode 1: Das Konto auf „Privat“ umstellen
Dies ist der direkteste Weg. Bei privaten Konten hat die Meta-KI keinen Zugriff auf die Bilder für die Erstellung neuer Inhalte durch andere UserInnen.
- Öffnen Sie die Instagram-App auf Ihrem Smartphone.
- Tippen Sie unten rechts auf Ihr Profilbild und danach oben rechts auf das Menü (drei horizontale Linien).
- Wählen Sie unter dem Punkt „Wer deine Inhalte sehen kann“ die Option „Konto Privatsphäre“.
- Aktivieren Sie den Regler bei „Privates Konto“.
Achtung: Bei einem privaten Konto können nur noch bestätigte FollowerInnen die Beiträge sehen. Für Profile, die auf eine hohe Reichweite angewiesen sind, ist diese Option daher oft nicht praktikabel.
Methode 2: KI-Nutzung bei öffentlichem Profil blockieren
Wer sein Profil öffentlich führen will, die Verwendung der Inhalte durch die KI aber so gut es geht verhindern möchten, kann dies in den Einstellungen manuell anpassen:
- Öffnen Sie die Instagram-App auf Ihrem Smartphone.
- Tippen Sie unten rechts auf Ihr Profilbild und danach oben rechts auf das Menü (drei horizontale Linien).
- Scrollen Sie zum Bereich „Wie andere mit dir interagieren können“ und tippen Sie auf „Teilen und wiederverwenden“.
- Gehen Sie zum Abschnitt „Erlaube Personen, mit deinen Inhalten eigene Inhalte zu erstellen und diese wiederzuverwenden“.
- Deaktivieren Sie die Regler für Beiträge und Reels.
- Deaktivieren Sie auch die Option für Audioaufnahmen direkt darunter.
Stand Donnerstag war diese Widerspruchsoption nur direkt in der Smartphone-App verfügbar, noch nicht in der Web-Browser-Version. Zudem weist Meta darauf hin, dass man die Wiederverwendung von reinem Text, Kommentaren oder Audio im generellen KI-Training von Meta derzeit auf diesem Weg nicht vollständig unterbinden kann. (TT.com)
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