Legendäre Freitagabendserie

Nach fast 50 Jahren: ZDF stellt Kult-Krimiserie ein

Antoine Monot und Wanja Mues waren ab 2014 das Gesicht von „Ein Fall für zwei“. Das Format, welches vor allem durch Claus Theo Gärtners Rolle als Matula populär wurde, gibt es mit wechselnden Besetzungen seit 1981.
© ZDF/Bettina Müller

Nach fast fünf Jahrzehnten ist Schluss: Das ZDF stellt die traditionsreiche Freitagskrimi-Serie „Ein Fall für zwei“ ein. Wie der Sender bekannt gab, wird die Serie mit dem aktuellen Ermittler-Duo Wanja Mues und Antoine Monot Jr. nach einer letzten Staffel und einem abschließenden Spielfilm beendet.

Frankfurt, Mainz – Nach fast fünf Jahrzehnten: Das ZDF stellt seine traditionsreiche Freitagskrimi-Serie „Ein Fall für zwei“ ein. Die letzte Staffel (vier Episoden) soll im kommenden Jahr ausgestrahlt werden, wie es von dem öffentlich-rechtlichen Sender in Mainz heißt. Anschließend werde ein 90-minütiger Spielfilm, der 2027 gedreht werden soll, „die Geschichte zu einem würdigen Abschluss führen“. Das Format gibt es mit wechselnden Besetzungen seit 1981.

In der Buddy-Krimiserie „Ein Fall für zwei“ spielt Wanja Mues den Privatdetektiv Leo Oswald und Antoine Monot den Rechtsanwalt Benni Hornberg. Die beiden sind recht gegensätzlich, aber dennoch ziemlich beste Freunde. Privatdetektiv Oswald ist stets im Auftrag von Anwalt Hornberg im Einsatz. Die gemeinsamen Ermittlungsergebnisse versetzen dann Staatsanwältin Claudia Strauss (Bettina Zimmermann) regelmäßig in Erstaunen.

Schon im September kommt die vorletzte, zwölfte Staffel des aktuellen Teams, das seit 2014 im Einsatz ist, ins ZDF-Programm - bevor dann nächstes Jahr die 13. Staffel und das Ende nahen.

ZDF: Entscheidung „nach reiflicher Überlegung“

„‘Ein Fall für zwei“ hat den ZDF-Freitagskrimi über mehr als vier Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet. Umso schwerer fällt nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, die Reihe zu beenden“, teilt das ZDF mit.

Ein herzlicher Dank, so das ZDF weiter, gelte dem gesamten Team, der Produktion sowie insbesondere Antoine Monot, Wanja Mues und Bettina Zimmermann für ihre langjährige und engagierte Arbeit sowie ihre Verbundenheit mit dieser besonderen Marke.

Das Format des Freitagskrimis soll es „mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate“ weiterhin geben. Zum Freitagskrimi gehörten einst Serien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“, aber auch „Siska“ und „Der Staatsanwalt“.

Bis heute und seit 1977 gibt es die in München spielende Serie „Der Alte“ (mit Darstellern wie Siegfried Lowitz, Rolf Schimpf, Walter Kreye, Jan-Gregor Kremp und Thomas Heinze). Seit 2012 wird die ebenfalls in München spielende Krimiserie „Die Chefin“ mit Katharina Böhm als Vera Lanz ausgestrahlt.

Wanja Mues: Tut mir leid für die vielen Millionen Fans

Zum Ende von „Ein Fall für zwei“ lässt sich Hauptdarsteller Wanja Mues bedauernd zitieren: „Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuer Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben. Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer, und ich freue mich schon auf alles, was da kommt.“

Für Hauptdarsteller Wanja Mues findet ein „großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte sein Ende“.
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Antoine Monot sagte demnach: „Unser ganz persönlicher „Fall für Mues und Monot“ ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel Pater Brown auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter „Ein Fall für zwei“, der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns.“

Über 30 Jahre prägte Claus Theo Gärtner als Matula die Serie

Die erste „Ein Fall für zwei“-Folge flimmerte am 11. September 1981 über die Bildschirme. In „Die große Schwester“ war der spätere Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner) noch als Frankfurter Polizeibeamter zu sehen, der bei einer Aussage vor Gericht auf seinen späteren Partner, Rechtsanwalt Dieter Renz (Günter Strack), trifft.

Ebenjener Matula prägte die Freitagabend-Krimiserie wie kein Zweiter – das zerfurchte Gesicht, die tiefe Stimme, Lederjacke und Zigarettennebel zählten zu seinen Markenzeichen. Gärtner alias Matula war mehr als drei Jahrzehnte dabei, während die Anwälte, die ihm die Ermittleraufträge zuschanzten, immer wieder wechselten.

Prägten die Serie in den 80ern und 90ern: Günter Strack und Claus Theo Gärtner als Dr. Renz und Matula.
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Auf Strack folgten die Schauspieler Rainer Hunold, Mathias Herrmann und Paul Frielinghaus. Mit Gärtners Ausscheiden nach 300 Folgen im Jahr 2013 ging dann eine ganze Ära zu Ende.

Nach Strack nahm Mathias Herrmann als Johannes Voss die Rolle von Gärnters Partner ein.
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2014 wurde das Format wiederbelebt. Das ZDF sprach trotz desselben Titels von einer „vollkommen neue Serie“. Der Relaunch bediente sich zwar der Grundkonstellation eines Privatdetektivs und eines Anwalts, des gleichen Spielorts Frankfurt am Main, aber sowohl die Geschichten als auch die Figuren waren neu und ohne Bezug auf die Vorgänger.

Paul Frielinghaus spielte von 2001 bis 2013 die Rolle von Dr. Markus Lessing.
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Seit Mai 2014 bis heute (Juli 2026) gab es 46 Folgen der Kumpel-Serie mit Antoine Monot und Wanja Mues in den Hauptrollen. Nach Staffel 12 wird es 50 Folgen der aktuellen „Ein Fall für zwei“-Serie gegeben haben, ganz am Ende dann 54 Episoden plus den Abschlussfilm. (APA)

Antoine Monot (l.) als Benni Hornberg und Wanja Mues (r.) als Leo Oswald bildeten ab 2014 das neue Duo beim „Fall für Zwei“.
© ZDF/Bettina Müller