USA und Iran verschärfen Krieg: Spirale der Eskalation am Golf
Die USA und der Iran eskalieren weiter. Der Krieg droht wieder außer Kontrolle zu geraten. Bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien starben zwei US-Soldaten.
Nach tagelangen US-Angriffen im Iran und iranischen Vergeltungsschlägen in der Region um den Persischen Golf droht der Konflikt weiter außer Kontrolle zu geraten. Bei einem Raketenangriff der iranischen Revolutionsgarden auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien wurden vergangenen Freitag erstmals seit Monaten wieder zwei US-Soldaten getötet. Damit steigt die offiziell bekannte Zahl der im Krieg gegen den Iran getöteten US-Soldaten auf mittlerweile 16.
Angriff auf im Bau befindliches Atomkraftwerk
Und beide Seiten intensivieren ihre Angriffe. Der Konflikt droht vollends außer Kontrolle zu geraten. Am Sonntag hat der Iran einen Angriff auf ein im Bau befindliches Atomkraftwerk im Südwesten des Landes gemeldet. Demnach griffen die USA mit mehreren Geschossen an. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA mit Sitz in Wien teilte mit, der Bau befinde sich in einem sehr frühen Stadium. Beim letzten IAEA-Besuch habe sich dort kein nukleares Material befunden. Auf der anderen Seite hat der Iran nach Informationen der israelischen Armee Jordaniens Küstenstadt Akaba am Roten Meer angegriffen, die nur wenige Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt liegt. Jordaniens Streitkräfte fingen nach eigenen Angaben drei iranische Raketen ab. Auch US-Stützpunkte in den Golf-Staaten Kuwait und Bahrain wurden wieder angegriffen.
Während die USA ihre nächtlichen Angriffswellen auf den Iran fortsetzten, drohte Irans oberster Führer, Ayatollah Mojtaba Khamenei, am Samstag mit weiteren Racheakten. Khamenei hat sich seit seiner Ernennung noch nie öffentlich gezeigt.
Im Iran kamen bei den US-Angriffen seit Anfang Juli mindestens 50 Menschen ums Leben, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Mehr als 500 weitere Menschen seien verletzt worden.
In der iranischen Hauptstadt Teheran wächst in der Bevölkerung unterdessen die Sorge vor Angriffen auch in der Millionenmetropole, sollte der Krieg weiter eskalieren. Zuletzt hatte dort Israels Luftwaffe Anfang Juni angegriffen.
Das US-Militär griff zuletzt vor allem die südlichen Küstenprovinzen des Iran an. Nach eigenen Angaben zielen die USA dabei auf Irans Fähigkeit, in der Straße von Hormuz militärisch zu agieren. Bombardiert wurde aber auch eine Meerwasserentsalzungsanlage im Südosten des Iran. Der Konflikt war vor weniger als zwei Wochen wieder ausgebrochen, nachdem Irans mächtige Revolutionsgarden Schiffe in der Meerenge attackiert hatten. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen ein Mitte Juni unterzeichnetes Rahmenabkommen vor, das eigentlich den Weg zu einem dauerhaften Ende des Krieges ebnen sollte. Inzwischen betrachten sowohl die USA als auch der Iran die Anfang April vereinbarte Waffenruhe und das Rahmenabkommen als hinfällig. US-Präsident Trump hatte dies bereits beim NATO-Gipfel in Ankara deutlich gemacht – allerdings die Tür für weitere Verhandlungen offen gelassen.
Rahmenabkommen obsolet
Am Samstag erklärte der iranische Vizeaußenminister, der Deal habe keinen Bestand mehr. Sein Land fühle sich nicht länger an die darin festgehaltenen Verpflichtungen gebunden. Trump sagte dazu laut dem US-Sender NewsNation, dass ihm das „völlig egal“ sei. Der Außenminister Pakistans, Ishaq Dar, betonte in einem Telefonat mit seinem kuwaitischen Amtskollegen die „dringende Notwendigkeit zu deeskalieren“. Pakistan hatte in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran bisher die Rolle eines Vermittlers inne. (dpa, jec)
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