Waldbrände und enorme Hitze halten beliebte Urlaubsregionen in Atem
In weiten Teilen von Süd- und Südosteuropa herrschen Temperaturen von 40 Grad und mehr. Regionen in Spanien, Italien und Frankreich kämpfen weiterhin gegen teils riesige Waldbrände. Zahlreiche Menschen mussten evakuiert werden.
Sommerzeit ist Urlaubszeit – und leider auch Waldbrandsaison in vielen Ländern Südeuropas. Besonders betroffen sind seit Wochen Spanien und Frankreich. Nun sind auch in Italien mehrere Regionen von größeren Bränden betroffen. Zugleich leiden BewohnerInnen und TouristInnen unter Hitzewellen. Ein Überblick:
Italien
In Italien sind vor allem die Inseln Sizilien und Sardinien betroffen. Waldbrände toben dort in weiten Teilen. Allein auf Sizilien waren am Montag mehr als 100 Einsätze von Zivilschutz, Feuerwehr und Forstbehörden erforderlich. Mehrere Brände konnten unter Kontrolle gebracht werden, andere flammten erneut auf. Besonders kritisch war die Lage in Castronovo di Sicilia in der Provinz Palermo. Auch in mehreren anderen Provinzen ist die Situation mehr als angespannt.
Parallel verschärfte sich die Lage auf Sardinien. Seit Montagnachmittag kämpfen Einsatzkräfte mit Hubschraubern und Löschflugzeugen gegen Waldbrände. In Oniferi in der Provinz Nuoro erreichten die Flammen den Ortsrand und bedrohen Wohnhäuser.
Spanien
Einsatzkräfte in Spanien kämpfen seit Tagen und Wochen gegen Waldbrände in mehreren Regionen. In dem Waldbrandgebiet nordöstlich der Hauptstadt Madrid spitzt sich die Lage weiter zu. Das seit Donnerstag wütende Feuer breitet sich sehr schnell aus. Inzwischen seien 26.000 Hektar verbrannt, teilte der regionale Regierungschef mit. Das ist doppelt so viel wie noch am Sonntag und entspricht in etwa der Fläche von 36.000 Fußballfeldern. Es wird von dem schlimmsten Waldbrand in der Geschichte der Region gesprochen. Dort mussten inzwischen rund 1200 Menschen aus 30 gefährdeten Ortschaften evakuiert werden. Die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Waldbrandes, der einen Umfang von 120 Kilometern habe, würden noch einmal verstärkt.
Vor allem der starke Wind von rund 50 Kilometern pro Stunde fache die Flammen bisher unaufhaltsam immer wieder an. Die Feuerwand fresse sich mit einer Geschwindigkeit von teilweise vier Kilometern pro Stunde voran, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE.
Da es im vergangenen Winter und Frühjahr in Spanien sehr viel Regen gab, wurde das Wachstum von Gräsern, Gestrüpp und Unterholz stark begünstigt. Diese brennbare Biomasse wirkt nun verdorrt durch die Hitze des Sommers wie Zunder in den Wäldern. Eine weitere erwartete Hitzewelle ab Dienstag mit Temperaturen um die 40 Grad droht die Lage weiter zu verschärfen.
Frankreich
Auch in Frankreich kämpfte die Feuerwehr im Süden des Landes und auf der Mittelmeerinsel Korsika weiter gegen mehrere Brände. Im bergigen Hinterland von Saint-Tropez waren 360 Wehrleute weiter im Einsatz gegen einen am Sonntag ausgebrochenen Vegetationsbrand, der vier Häuser und 15 Autos zerstörte, wie die Zeitung Var-Matin berichtete. Die Feuerwehr habe auch mit dem Einsatz von Löschflugzeugen ein Übergreifen der Flammen auf rund 100 weitere Häuser verhindern können. Der Bahnverkehr in der Region wurde unterbrochen. Am Sonntagabend strandete ein aus Nizza kommender TGV-Zug mit 800 Reisenden im Bahnhof der Kleinstadt Les Arcs, weil eine Weiterfahrt unmöglich war.
Für 27 Departements in Frankreich warnte der staatliche Wetterdienst Météo France vor einer erhöhten Waldbrandgefahr. Wie Innenminister Laurent Nuñez dem Sender France Inter sagte, sind seit Jahresbeginn schon fast 40.000 Hektar Naturfläche von Bränden zerstört worden, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum oder im besonders von Bränden geprägten Jahr 2022. Landesweit seien 111 Menschen wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen worden, die meisten hätten die Vorwürfe eingeräumt.
Griechenland
Auch in einem weiteren beliebten Reiseland ist das Wetter Thema: Griechenland erlebt den ersten großen Hitzeschub des Sommers. Nach einem bisher vergleichsweise milden Saisonverlauf steigen die Temperaturen seit dem Wochenbeginn in weiten Teilen des Landes auf über 40 Grad.
Erst ab Donnerstag soll die Hitze von Norden her allmählich nachlassen, während sie sich im Süden des Landes noch etwas länger hält, wie das meteorologische Amt EMY mitteilte. Besonders betroffen ist laut Prognosen das griechische Festland. Auf den meisten Inseln werden angenehmere Temperaturen von 35 bis 37 Grad herrschen.
Mehrere griechische Großstädte haben als Vorsichtsmaßnahme zwischen 9.00 und 21.00 Uhr klimatisierte Hallen und öffentliche Räume geöffnet. Dort können sich insbesondere Menschen aufhalten, die zu Hause keine Klimaanlage haben.
Albanien
Albanien, das bei österreichischen TouristInnen immer beliebter wird, ist ebenso von einer Hitzewelle und Waldbränden betroffen. (APA, dpa, TT)
Kommentare