„Originär, kritisch, scharfsichtig“

Mercedes Spannagel erhält den Reinhard-Priessnitz-Preis 2026

Die Autorin Mercedes Spannagel veröffentlichte zuletzt den Roman „Chrashtest Dummies“.
© Lenny Rothenberg

Die Autorin Mercedes Spannagel wird für ihre sprachlich originäre und kritisch-scharfsichtige Literatur ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am 5. November im Literaturhaus Wien verliehen.

Wien – Der Reinhard-Priessnitz-Preis des Jahres 2026 geht an Mercedes Spannagel. Die Autorin erhielt zuletzt für ihre Romane „Das Palais muss brennen“ (2020) und „Crashtest Dummies“ (2026) viel positive Resonanz in der Fachwelt. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird traditionsgemäß am 5. November im Literaturhaus Wien überreicht. Die Laudatio auf die Preisträgerin wird die Autorin Ana Drezga halten.

„Witzig in ihrer Nüchternheit und Bösartigkeit“

Spannagels Literatur sei „sprachlich und inhaltlich originär in ihrem gleichermaßen unterhaltenden wie kritisch scharfsichtigen Befund aktueller Überlebenskämpfe“, begründeten die Jurymitglieder Robert Schindel und Gustav Ernst ihre Entscheidung.

Die Sprache der 1995 in Wien geborenen, in Salzburg aufgewachsenen und heute in Berlin lebenden Autorin sei zudem „immer witzig in ihrer Direktheit, Nüchternheit und Bösartigkeit“. Spannagel zerlege in ihren Arbeiten „rücksichtslos und lustvoll ironisch“ die von Neid, Frust und unterdrückten Aggressionen geprägten Smalltalks in der Kaffeeküche.

Bereits mehrfach ausgezeichnet

Für ihr bisheriges Schaffen wurde Mercedes Spannagel bereits mehrfach gewürdigt: Sie erhielt unter anderem den Rauriser Förderpreis (2017), gewann 2018 den FM4-Wortlaut-Preis und wurde 2021 mit dem Literaturpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich ausgezeichnet. Mit ihrem Werk „Das Palais muss brennen“ stand sie zudem 2020 auf der Shortlist für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises.

Der Reinhard-Priessnitz-Preis wird seit 1994 jährlich vom Kulturministerium vergeben. Er erinnert an den Wiener Autor Reinhard Priessnitz, der am 5. November 1985 im Alter von nur 40 Jahren in Wien verstarb. In den vergangenen Jahren ging die renommierte Auszeichnung unter anderem an Barbi Marković (2019), Elias Hirschl (2020) und Laura Freudenthaler (2024). Auch Barbara Hundegger (1999), Heinz D. Heisl (2000), Christoph W. Bauer (2001) und Robert Prosser (2014) haben den Preis bereits erhalten. (APA, TT)

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