Orientierung verloren

200 Meter abgestürzt: 18-jähriger Wanderer auf der Nordkette tödlich verunglückt

Die Leiche des verunglückten Mannes wurde mit dem Polizeihubschrauber geborgen. (Symbolbild)
© Liebl

Der junge Mann war mit Freunden zu einer Bergtour auf den „Kemacher“ aufgebrochen. Als ihre Outdoor-App ausgefallen war, kehrten sie um. Beim Abstieg kam es zum tödlichen Unglück.

Innsbruck – Bei einer Bergtour auf der Innsbrucker Nordkette ist am Mittwochnachmittag ein 18-jähriger Mann tödlich verunglückt. Die dreiköpfige Wandergruppe hatte zuvor im steilen Gelände die Orientierung verloren, nachdem ihre Wander-App ausgefallen war.

Die drei befreundeten Ungarn – alle im Alter von 18 Jahren – waren am frühen Morgen von der Talstation der Hungerburgbahn zu einer Bergtour aufgebrochen. Ihr erklärtes Ziel war es, einen der Gipfel der Nordkette zu besteigen.

Orientierungsverlust nach App-Ausfall

Nach einer Rast bei der Bergstation auf der Seegrube setzte die Gruppe ihren Aufstieg zur Mittagszeit fort. Zur Wegfindung nutzten die jungen Männer eine spezialisierte Outdoor-App. Im weiteren Verlauf der Tour, als das Gelände bereits sehr steil und weglos wurde, fiel die App jedoch aus, berichtet die Polizei.

Ohne Orientierung stiegen die drei Wanderer im unwegsamen Gelände in Richtung des Gipfelkreuzes des „Kemacher“ weiter auf. Kurz nach 15 Uhr erreichten sie auf rund 2300 Metern Seehöhe ein kleines Plateau. Angesichts der schwierigen Bedingungen entschieden sich die jungen Männer schließlich zur Umkehr.

Tödlicher Sturz im Steilgelände

Beim Abstieg kam es dann zum Unglück: Im extrem steilen, grasigen und felsdurchsetzten Gelände verlor einer der 18-Jährigen den Halt. Er stürzte rund 150 bis 200 Meter tief ab und blieb regungslos in einer Schotterrinne liegen.

Während einer der Begleiter sofort den Notruf wählte, stieg der andere zu seinem verunglückten Freund ab. Er konnte jedoch bereits keine Lebenszeichen mehr feststellen. Der wenig später per Tau abgesetzte Notarzt des Rettungshubschraubers konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Begleiter ins Tal geflogen

Die beiden Begleiter wurden von der Besatzung des Notarzthubschraubers gerettet und zunächst zur Bergstation der Hungerburgbahn geflogen. Von dort aus brachte sie die Besatzung des Polizeihubschraubers „Libelle“ zurück ins Tal nach Innsbruck.

Die Bergung des tödlich verunglückten 18-Jährigen wurde ebenfalls vom Polizeihubschrauber durchgeführt. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang werden von der Alpinpolizei geführt. (TT.com)