Einvernehmliche Trennung

KHM gibt keine Auskunft über Details zu Sandbichler-Vereinbarung

Veronika Sandbichler, die Direktorin des Innsbrucker Schlosses Ambras, war im März dienstfrei gestellt worden.
© APA/Gindl, KHM

Nach den Salzburger Festspielen, die über die Kosten der einvernehmlichen Trennung von Intendant Markus Hinterhäuser schweigen, hat sich nun auch der Museumsverband des Kunsthistorischen Museums (KHM) von Veronika Sandbichler, Direktorin des Innsbrucker Schlosses Ambras, einvernehmlich getrennt und gibt über Details keine Auskunft.

Innsbruck, Wien – Über Zahlungen im Zuge von Vertragsauflösungen zeigen sich Kulturinstitutionen derzeit wenig auskunftsfreudig, auch wenn es um Steuergeld geht. Nach den Salzburger Festspielen, die über die Kosten der einvernehmlichen Trennung von Intendant Markus Hinterhäuser schweigen, hat sich nun auch der Museumsverband des Kunsthistorischen Museums (KHM) von Veronika Sandbichler, Direktorin des Innsbrucker Schlosses Ambras, einvernehmlich getrennt und gibt über Details keine Auskunft.

Dabei ging KHM-Generaldirektor Jonathan Fine noch im Juni durchaus ins Detail. Die langjährige Direktorin habe im Zuge von inhaltlichen Auseinandersetzungen das „Dienstverhältnis beenden wollen“, rekapitulierte er den Ursprung der Causa, die in den vergangenen Monaten gehörig Schlagzeilen machte. Sandbichler habe dann „drei Jahresgehälter wollen“ und als sie diese „nicht bekommen hat“, „diese mediale Geschichte losgetreten“.

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KHM gibt keine Auskunft

Auf Ersuchen um Bekanntgabe der Details, insbesondere zu der Frage, auf wie viele Jahresgehälter man sich nun geeinigt habe, ersuchte man im KHM am Donnerstag „um Verständnis, dass wir zu den konkreten Inhalten einer einvernehmlichen Beendigung eines Dienstverhältnisses keine Auskunft geben können. Solche Vereinbarungen enthalten regelmäßig Vertraulichkeitsbestimmungen, an die beide Seiten gebunden sind. Wir verstehen das öffentliche Interesse. Gleichzeitig müssen wir aber die Persönlichkeitsrechte und die von beiden Seiten eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen respektieren“, so ein Sprecher gegenüber der APA.

„Unabhängig davon gilt: Der KHM-Museumsverband ist dem sorgsamen und wirtschaftlichen Umgang mit öffentlichen Mitteln verpflichtet. Entscheidungen dieser Art erfolgen ausschließlich im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorgaben und unterliegen den dafür vorgesehenen Kontrollmechanismen“, hieß es weiter. „Mit der einvernehmlichen Lösung konnten sämtliche arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen beendet werden. Unser Fokus liegt nun darauf, den Blick nach vorne zu richten und die inhaltliche Weiterentwicklung von Schloss Ambras sowie des KHM-Museumsverbands fortzusetzen. Mehr können wir dazu nicht sagen.“

profil stieß in Salzburg auf eine „Mauer des Schweigens“

Eine ähnliche Erfahrung machte jüngst das Nachrichtenmagazin profil, das bei seiner Recherche über konkrete Vorwürfe gegen Hinterhäuser und die konkreten Kosten der Trennung von ihm auf eine „Mauer des Schweigens“ stieß, wie der Artikel in der aktuellen Ausgabe betitelt ist. Dem Direktorium seien die konkreten Vertragsinhalte „nicht bekannt“, wurde dem Magazin beschieden, beim Versuch, im Büro von Landeshauptfrau und Kuratoriumsvorsitzender Karoline Edtstadler (ÖVP) Auskunft zu erhalten, sei man statt auf Transparenz auf „ein bürokratisches Spiegelkabinett, das Franz Kafka ersonnen haben könnte“, gestoßen, heißt es in dem Artikel. (APA)