Chronik Österreich

Erdbeben der Stärke 4,4 beim Semmering

Im Semmering-Gebiet ereignete sich ein Erdbeben
© APA

Ein Erdbeben der Stärke 4,4 hat sich in der Nacht auf Freitag im Grenzgebiet von Niederösterreich und der Steiermark beim Semmering ereignet. Die Erschütterungen waren annähernd so stark wie zuletzt vor mehr als zwei Jahren und wurden zum Teil auch nördlich von Wien verspürt. Mehr als 800 Meldungen gingen bis am Nachmittag ein, teilte Anton Vogelmann vom Österreichischen Erdbebendienst (Geosphere Austria) der APA mit. Berichtet wurde teilweise auch über leichte Schäden.

Die Erschütterungen traten um 1.59 Uhr neun Kilometer südwestlich von Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) bzw. zwölf Kilometer östlich von Mürzzuschlag auf. Die Herdtiefe betrug fünf Kilometer, der Erdstoß war damit "relativ oberflächennah", erklärte Vogelmann. Die Magnitude wurde zunächst mit 4,5 angegeben, letztlich wurde eine Stärke von 4,4 ausgewiesen.

Laut dem Erdbebendienst kann es bei dieser Magnitude im Epizentralbereich vereinzelt zu leichten Schäden kommen. Berichtet wurde etwa von Rissen in Mauern oder im Verputz - "nichts, was die Stabilität von Gebäuden betrifft", sagte der Seismologe. 35 Meldungen über leichte Schäden gingen bis am Nachmittag ein. Zwischen Schottwien und Breitenstein im Bezirk Neunkirchen ereignete sich ein kleinerer Steinschlag, das Gestein wurde beseitigt.

Laut Geosphere Austria langten viele Bebenmeldungen von der Bevölkerung im Osten von Niederösterreich und der Steiermark ein. Vereinzelt seien die Erschütterungen auch in Wien schwach wahrgenommen worden. Meldungen gingen zum Teil auch von Bewohnern im Wein- und Waldviertel ein.

Im Umkreis des Semmering wurde das Erdbeben laut Vogelmann von vielen Personen als "Knallen" oder "Schnalzer" wahrgenommen, "in größerer Distanz berichten viele von einem Grollen des Untergrundes". Bemerkt wurde auch ein Klappern von Türen oder Einrichtungsgegenständen.

In den nächsten rund zwei Wochen muss laut Vogelmann mit Nachbeben gerechnet werden. Von den etwa zehn bis 20 messbaren Erschütterungen, die in diesem Zeitraum erwartet werden, werden dem Seismologen zufolge voraussichtlich ein bis zwei spürbar sein. Die ersten Nachbeben in der Region um den Semmering wurden im Laufe des Freitags registriert, beispielsweise um 6.15 Uhr eine Magnitude von 2,1 im Raum Gloggnitz.

Im südlichen Niederösterreich kommt es immer wieder zu Erdstößen. Ein ähnlich starkes Erdbeben hatte sich in der Region zuletzt am 1. Februar 2024 ereignet. Damals wurden einen Kilometer nordöstlich des Ortes Semmering Erschütterungen der Stärke 4,6 gemessen, die leichte Schäden an zahlreichen Gebäuden im Epizentralgebiet verursachten. 2023 ereignete sich das stärkste Erdbeben des Jahres in Österreich am 30. März im Raum Gloggnitz und wies eine Magnitude von 4,2 auf. Genau zwei Jahre zuvor, am 30. März 2021, gab es bei Neunkirchen kräftige Erschütterungen. Die Stärke wurde letztlich mit 4,6 angegeben.