Nach Kehlkopf-Entfernung: Doskozil meldet sich mit neuer, tieferer Stimme zurück
Nach mehreren Monaten gesundheitsbedingter Pause ist der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erstmals wieder öffentlich aufgetreten. Nun will er mit neuer, tieferer Stimme wieder politisch durchstarten.
Eisenstadt/Innsbruck – Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich nach seiner Kehlkopf-Entfernung im April am Freitag zum ersten Mal öffentlich zu Wort gemeldet. Doskozil besitzt nun eine Stimmprothese und klingt damit recht tief. Das Luftholen, das ihm vor der Operation bereits sehr schwerfiel, fällt nun weg.
Der Landeshauptmann erklärte, sich während seiner Genesung laufend mit der Nachrichtenlage auseinandergesetzt und sich mitunter geärgert zu haben – etwa über die Gesundheitspolitik.
📽️ Video | Doskozil spricht erstmals mit Stimmprothese
„Keine leichte Entscheidung“
Im April musste Doskozil wegen einer Verknöcherung des Kehlkopfs erneut in eine Klinik nach Leipzig fahren. Dabei habe er zunächst mit einer weiteren Operation gerechnet. Schließlich wurde ihm aber der ganze Kehlkopf entfernt.
„Es war keine leichte Entscheidung, weil ich nicht wusste, was da auf mich zukommt.“ Es gebe unterschiedliche Erfahrungswerte, manche Betroffene würden rasch wieder eine Stimme erlangen, bei anderen gelinge dies überhaupt nicht, weil etwa die Prothese nicht angenommen wird.
Für rund zwei Monate nach dem Eingriff durfte er überhaupt nicht sprechen. Bei einer Kontrolle Anfang Juni habe man gesehen, dass alles in Ordnung sei, und nach wenigen Tagen konnte Doskozil mit dem Sprachtraining beginnen. Logopädie mache er auch jetzt noch einmal die Woche, das beste Training sei aber das tägliche Sprechen im Alltag, meinte er.
„Ich bin sehr positiv überrascht, dass es in dieser Weise funktioniert, und das ist eine neue Lebensqualität.“ Dies bezieht sich vor allem darauf, dass er vor der Operation bereits große Probleme mit dem Atmen gehabt habe: „Ich konnte keinen Sport machen.“ Nun plant er sogar eine Radtour für den Herbst – ohne E-Bike. Mit dem Fortschritt zeigte sich der Landeshauptmann äußerst zufrieden: „Das schaut ausgezeichnet aus. Ich mache Bürotermine, teilweise intensive, das funktioniert alles.“
Ärger über Gesundheitspolitik
Die politischen Themen habe er alle mitverfolgt „und mich hat vieles geärgert.“ Dies motiviere ihn, wieder in den politischen Alltag einzusteigen. Er nannte hier etwa die Gesundheitspolitik und warnte einmal mehr vor Spitalsschließungen. Gefragt nach seiner Meinung in der Causa Ruck erklärte er, froh zu sein, „gewissen Verbindungen“ immer fern geblieben zu sein.
Gedanken darüber, ob er sich die Politik noch weiter antun solle, habe er sich in der Form nicht gemacht, es sei eher darum gegangen, ob das Reden wieder funktioniert und er weitermachen kann. Ambitionen auf die Bundespolitik hat er aktuell keine. Grundsätzlich könnte er aber aus medizinischer Sicht auch dort tätig sein – auch wenn er es nicht vorhat. Die Fragestunde im Landtag im September will er wieder absolvieren: „Es gibt keine Handicaps im täglichen Ablauf.“
Tiefe Stimme bleibt
Das Sprechen selbst sei für ihn nun wesentlich einfacher als zuletzt. Die Stimmlage werde sich noch ein bisschen ändern, wobei es eine „tiefe Stimme“ bleiben werde. Das System wird regelmäßig gereinigt, dies sei bereits eine tägliche Routine. Eine Kanüle soll noch im Herbst entfernt werden und schlussendlich werde es auch nicht mehr notwendig sein, mit der Hand gegen das System zu drücken – „freihändiges Sprechen“ soll ihm dann wieder möglich sein. (APA/TT.com)
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