Verdächtiger auf der Flucht

Terroranschlag bei Berliner CSD: Was wir über den Täter wissen und was nicht

Mit diesen weißen Van soll der mutmaßliche Attentäter in eine Menschengruppe gefahren sein. Danach krachte das Auto in einen Baum. Der Verdächtige flüchtete.
© APA/AFP/RALF HIRSCHBERGER

Der Christopher Street Day in Berlin ist am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren ist. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Als mutmaßlichen Täter nennen die Behörden Abdul B.

✅ Was wir wissen:

Tatverdächtiger

  • Der deutsche Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CDU) nennt Abdul B. als mutmaßlichen Täter.
  • Bereits am Morgen veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsfoto des 21-Jährigen.
  • Der Verdächtige wird als schlank und etwa 1,90 Meter groß beschrieben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat er Familie in Berlin und wurde im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.
  • Der Innenminister sprach davon, Abdul B. sei schon in der Vergangenheit „auffällig“ geworden und von einem „hohen Maß von Straftaten“.
  • Der Tatverdächtige wurde demnach 2005 in Deutschland geboren und ist deutscher Staatsbürger. Er habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden.
Unzählige Kräfte von Rettung, Polizei und Feuerwehr standen am späten Samstagabend und in der Nacht im Einsatz.
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Motivlage

  • Innenminister Dobrindt zufolge deutet alles auf einen islamistischen Terroranschlag hin. Der mutmaßliche Täter habe sich den Erkenntnissen zufolge radikalisiert und gehöre der islamistischen Szene an.
  • Mehrere Medien berichteten von Sympathien für die sogenannte Terrormiliz Islamischer Staat.

Tatgeschehen und unmittelbarer Ablauf

  • Ein weißer Van in der Nähe des Potsdamer Platzes unweit der CSD-Veranstaltung fuhr in eine Menschenmenge, das Geschehen ereignete sich am Samstagabend gegen 22.00 Uhr.
  • Der Kastenwagen fuhr laut einem Polizeisprecher am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße und erfasste dabei mehrere Menschen, bevor das Fahrzeug gegen einen Baum prallte.
  • Der deutsche Innenminister berichtete, im Anschluss habe der Mann mit einer Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete, weitere Menschen verletzt.
Am Tag nach dem mutmaßlichen Terroranschlag trauerten Menschen am Brandenburger Tor. Blumen und Kerzen wurden für die Opfer hingelegt.
© APA/AFP/RALF HIRSCHBERGER

Opfer und Verletzte

  • Eine Frau erlitt bei dem Vorfall tödliche Verletzungen.
  • Innenminister Dobrindt sprach von 29 teils schwer Verletzten. Laut Polizei befand sich am Nachmittag niemand mehr in einem kritischen, lebensbedrohlichen Zustand.

❌ Was wir nicht wissen:

Verbleib des Verdächtigen, genaue Motivlage

  • Abdul B. ist flüchtig, die Polizei in Berlin fahndet nach ihm. Auch die Bundespolizei ist bundesweit im Einsatz, an Bahnhöfen, Flughäfen und an den Grenzen.
  • Die konkrete Motivlage ist nicht abschließend geklärt. Zwar deutet laut Innenminister alles auf einen islamistischen Terroranschlag hin. Doch der genaue Zusammenhang zwischen dieser Einstufung und der Tat ist nicht geklärt.
Wo ist Abdul B.? Die intensive Suche nach ihm dauerte auch am Sonntag an.
© IMAGO/Volodymyr Sindieiev

Täterfrage und Tatablauf im Detail

  • Noch ist nach Behördenangaben unklar, ob der gesuchte Verdächtige Abdul B. tatsächlich das Fahrzeug gesteuert hat.
  • Ebenfalls offen ist, wem der weiße Van gehört. Die Polizei stellte lediglich klar, dass es sich um ein Privatfahrzeug und keinen Mietwagen handelt.
  • Nach Zeugenaussagen gibt es unterschiedliche Angaben dazu, ob ein einzelner oder mehrere Täter beteiligt waren. Die genaue Täterzahl ist daher noch ungeklärt.
Auch zum Tatfahrzeug gibt es noch nicht viele Informationen. Laut Polizei handelt es sich jedenfalls um ein Privatauto.
© IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Identität der Opfer

  • Zur Identität der getöteten Frau sowie der Verletzten liegen bislang keine weiteren gesicherten Informationen vor. (dpa, TT.com)

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