„Feuerwolke“ erstmals in Europa gesichtet: Brände werden unberechenbarer
Heftige Waldbrände wüten derzeit in Frankreich, Italien und Spanien. Bei Bordeaux wurde nun erstmals eine „Feuerwolke“ gesichtet. Ein seltenes Phänomen, das heftige Winde und sogar Blitze mit sich bringt.
Mehr als 300.000 Menschen flüchten derzeit in West- und Südeuropa vor den Flammen. Ein Flammenmeer befindet sich unter anderem in Bordeaux in Frankreich. Laut Feuerwehr hatte der Brand zeitweise einen Pyrocumulonimbus erzeugt, eine gewaltige Rauchwolke, die ihre eigenen Winde erzeugen kann. Sie macht Waldbrände besonders unberechenbar.
Wie entstehen „Feuerwolken“?
Für die Entstehung von Pyrocumulonimben braucht es eine enorme Hitzequellen auf dem Boden. In diesem Fall ist diese auf die Waldbrände zurückzuführen. In der Atmosphäre darüber herrscht zudem eine instabile Luftschichtung. Luft steigt auf, Wolken bilden sich. Je nach Feuchtigkeit, kann es sogar zu Niederschlag und Gewittern kommen. Der Waldbrand bringt also sein eigenes Wetter hervor.
Diese Wolken können bis zu 16 Kilometer in die Höhe ragen. Somit können sie den Rauch von Bränden bis in die Stratosphäre führen, dieser Rauch kann sich dort weit um den Globus ausbreiten. Besonders gefährlich sind stärkere Windböen - durch diese kann es zu unvorhersehbaren Brandmustern kommen.
Es dürften die ersten „Feuerwolken“ in Europa sein. In Australien beobachtete man solche bereits Anfang des Jahrtausends, in Kalifornien entstanden sie bei heftigen Waldbränden im Jahr 2022. „Es ist das erste Mal, dass Frankreich sich explizit mit dem Konzept einer Pyrocumulonimbus-Wolke auseinandersetzen muss“, sagte Rick McRae von der University of New South Wales gegenüber dem Guardian. „Ob es vor einigen Tagen eine gab oder nicht, ist nicht die entscheidende Frage“, sagte er, „sondern ob am Dienstag oder Mittwoch dieser Woche eine zu erwarten ist.“ Denn dann dürften die Temperaturen erneut rund 40 Grad betragen. (TT.com)
Über 300.000 auf der Flucht
Dramatische Waldbrände: Tirols Reisebüros verspüren „noch keine erhöhte Nervosität“ bei Urlaubern
Löscharbeiten laufen