Faserhersteller Lenzing kündigt Abbau von 2000 Arbeitsplätzen und Werksschließung an
Paukenschlag beim Faserhersteller Lenzing: Der börsennotierte Konzern baut bis Ende 2027 weltweit rund 2000 Arbeitsplätze ab und schließt die Faserproduktion am Standort Heiligenkreuz im Burgenland.
Lenzing – Der börsennotierte Faserhersteller Lenzing baut weltweit bis Ende 2027 rund 2000 Jobs ab, wie Georg Kasperkovitz, CEO der Lenzing Gruppe, bestätigte. Am Standort Heiligenkreuz im Burgenland läuft die Faserproduktion bis Ende 2026 aus, in Grimsby in England Ende 2027. Beide Werke sollen verkauft werden. Für die betroffenen Mitarbeitenden in Heiligenkreuz, wo noch 285 Leute arbeiten, gelte ein existenter Sozialplan. Man sucht einen Käufer, um möglichst viele Jobs zu halten.
7700 Mitarbeiter weltweit
Nach der Ankündigung sind die Aktien von Lenzing an der Wiener Börse um knapp 17 Prozent abgestürzt. Kasperkovitz erläuterte, dass es um einen Verkauf des Standorts im Burgenland geht. Die Suche beginne „morgen“ und könne „erfahrungsgemäß binnen einiger Monate“ abgeschlossen sein, hoffte der Manager.
Die Mitarbeiterzahl von weltweit 7700 Vollzeitäquivalenten werde bis Ende 2027 deutlich sinken, hieß es. Es handle sich aber keineswegs um ein Schließungs- und Cost-Cutting-Programm im Zuge der neuen Strategie, verwies der Lenzing-Chef auf das Vertrauen in die Pläne durch die Aktionäre und weitere Finanzierende, die bis zu 600 Mio. Euro frisch einschießen. Auch der Hauptsitz in Lenzing in Oberösterreich werde aufgewertet.
Neuausrichtung geplant
Die Einsparungen werden von den Lenzing-Hauptaktionären B&C-Gruppe und Suzano sowie von der Oberbank unterstützt. Die Firma habe durch die Pläne, die Teil einer strategischen Neuausrichtung sind, eine „umfassende Refinanzierungsvereinbarung mit den wesentlichen Kreditgebern“ erreicht.
Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) versicherte, dass das Land den Standort und die Mitarbeiter des Werks in Heiligenkreuz „nicht im Stich lassen wird“. Bei der Entscheidung handle es sich um eine „für das Südburgenland schmerzhafte Weichenstellung der Konzernverantwortlichen“, die politisch nicht zu beeinflussen sei, bedauerte Doskozil. (APA)
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