Schon im April alles verbraucht: Warum Österreich zu den größten Ressourcen-Verschwendern gehört
Im April hat Österreich bereits das Jahreskontingent an Bio-Ressourcen verbraucht. Naturschützer fordern ein eigenes Kreislaufwirtschafts-Gesetz.
Wien – Der Tag, an dem die Menschen weltweit alle natürlichen Ressourcen für das Jahr 2026 verbraucht haben, fällt heuer laut Global 2000 auf den 30. Juli und ist damit drei Monate früher als vor 30 Jahren. Österreich hat den „Overshoot Day“ bereits am 2. April erreicht und ist somit eines der ressourcenhungrigsten Länder. Das bedeutet: Würden alle Menschen auf der Erde so viel „Biokapazität“ verbrauchen wie die ÖsterreicherInnen, wären die weltweiten Jahres-Ressourcen bereits Anfang April erschöpft.
Unter „Biokapazität“ fallen biologisch produktive Flächen und Gewässer (z. B. Wälder, Ackerland, Fischgründe, bebaute Flächen), während der ökologische „Bedarf“ jene Fläche ausmacht, die nötig ist, um den Konsum zu decken. Darunter fallen pflanzenbasierte Lebensmittel und Fasern, tierische Produkte, Fischereiprodukte, Holz und andere Waldprodukte, Fläche für Infrastruktur und Siedlungen und Wälder zur Aufnahme von CO2-Emissionen.
Berechnet wird der Erderschöpfungstag vom „Global Footprint Network“. Schlusslicht ist Katar, bei dem der „Overshoot Day“ am 4. Februar war. Spitzenreiter ist Honduras mit dem Erderschöpfungstag am 27. November.
Fast-Fashion im Visier
Global 2000 kritisiert besonders Fast-Fashion-Marken wie Shein oder Temu sowie KI-Rechenzentren und große Autos. Die hohe Nachfrage erhöhe auch den Druck, noch schneller und mehr Rohstoffe abzubauen. Anna Leitner von Global 2000 fordert ein Kreislaufwirtschaftsgesetz: „Die Wegwerfwirtschaft verbraucht einen überproportional großen Anteil der Ressourcen, während die globale Allgemeinheit die ökologischen Folgekosten trägt“, sagt sie. Das Geschäftsmodell der Billigmode basiere auf immer niedrigeren Preisen, mehr Produkten und kürzeren Nutzungszyklen, kritisiert auch Greenpeace.
Seit 19. Juli gilt in der EU das Vernichtungsverbot, das es großen Unternehmen verbietet, unverkaufte Kleidung zu vernichten. (APA)
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