Erneut bis zu 40 Grad in Österreich erwartet: Schon jetzt fatale Auswirkungen durch Trockenheit
Die nächste Hitzewelle beginnt, doch schon jetzt hat die Trockenheit der vergangenen Monate dramatische Folgen. Alarmzustand herrscht etwa an der Donau, auch die bereits hohe Waldbrandgefahr wird weiter steigen.
In Tirol wird es in den kommenden Tagen sehr heiß, im Osten Österreichs kommen sogar noch ein paar Grad obendrauf. Wie schon im Juni werden 38 bis 39 Grad erwartet, stellenweise sind sogar 40 Grad möglich, wie die Geosphere Austria am Mittwoch prognostizierte. Wie lange die Hitzewelle dauert, sei noch ungewiss. Die bereits jetzt extreme Trockenheit wird noch einmal verschärft, wodurch sich auch die Waldbrandgefahr weiter erhöht.
Waldbrandgefahr auch in Tirol hoch
Nach den aktuellen Risikokarten des Umweltministeriums konzentrieren sich Gebiete mit hoher Waldbrandgefahr auf das östliche Niederösterreich, Teile Kärntens sowie inneralpine Trockentäler Tirols.
„Seit Jahresbeginn wurden in Österreich bereits mehr als 270 Waldbrände registriert. Insgesamt waren dabei rund 230 Hektar Waldfläche betroffen“, hieß es seitens des Umweltministeriums. Die kommende Hitzewelle könnte diese Zahlen weiter steigen lassen.
Mehr dazu:
Brandursache weiter unklar
Waldbrand in Scheffau gelöscht: Feuerwehren beenden fordernden Großeinsatz
Im Westen und Süden Österreichs ist die aktuelle Hitzewelle schon die dritte des Jahres. „Die erste begann am 24. Mai und dauerte fünf bis neun Tage. Die zweite Hitzewelle, die Mitte Juni begann, erfasste ganz Österreich und dauerte in den Niederungen 18 bis 35 Tage – und somit ungewöhnlich lange“, so Klimatologe Alexander Orlik von der Geosphere Austria.
Hitzewellen dauern deutlich länger
Von den 1940er-bis zu den 1980er-Jahren gab es noch etwa ein bis zwei Hitzewellen pro Jahr, die im Mittel ein bis acht Hitzewellentage brachten. In den 2010er- und 2020er-Jahren gibt es mittlerweile zwei bis drei Hitzewellen pro Jahr, die im Mittel fünf bis 25 Hitzewellentage bringen.
Die Jahre ohne Hitzewelle gingen hingegen deutlich zurück. „Auch die Saison von Hitzewellen dehnte sich aus. Der früheste Beginn in der Periode 1961 bis 1990 war der 1. Juni, in der Periode 1991 bis 2020 war es aber schon der 29. April“, berechnete Orlik. Die absoluten Maxima der Lufttemperatur in einer Hitzewelle sind von den 1980er-Jahren bis zu den 2020er-Jahren um etwa drei Grad gestiegen.
„Hitzewellen treten heute nicht nur häufiger auf, sie dauern vielfach länger und erreichen höhere Temperaturen. Daraus ergibt sich ein deutlich erhöhtes Potenzial für gesundheitliche Belastungen“, erklärte Klimaforscher Marc Olefs von der Geosphere Austria. Wie stark die Belastung tatsächlich empfunden wird, hänge neben der Lufttemperatur auch von Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung ab. Diese Faktoren fließen in die Bewertung der gefühlten Temperatur und damit auch in die Hitzewarnungen der Geosphere Austria ein.
„Wie stark diese Risiken in Zukunft weiter zunehmen, hängt wesentlich davon ab, wie rasch die globalen Treibhausgasemissionen sinken: Konsequenter Klimaschutz kann die weitere Verschärfung begrenzen, während Anpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen bereits heute unverzichtbar sind“, so Olefs.
Extreme Trockenheit wird verschärft
Die Trockenheit in Österreich, die schon seit Monaten andauert, wird durch die Hitze weiter verschärft. „An den seit Dezember 2025 vorherrschenden niederschlagsarmen Verhältnissen hat sich auch im Juli wenig geändert“, analysierte Klimatologe Orlik. „Die Regenmengen im Juli waren oft zu gering, um eine weitere Verschärfung der anhaltenden Dürre zu verhindern.“
Fischsterben durch Rekord-Niedrigwasser
Das historische Niedrigwasser entlang der Donau und von mehreren Flüssen in Nieder- und Oberösterreich hat folgenschwere Auswirkungen auf die Fische – und die bevorstehende Hitzewelle wird die Situation weiter verschärfen. Der Donaupegel Kienstock (Bezirk Krems) ist am Dienstag erneut auf ein Rekordtief von 109 Zentimetern gesunken.
„Viele Jungfische verenden“, so der Wachauer Fischereiaufseher Hermann Miedler. „Das Problem wird immer dramatischer.“ Die Hitze sorgt für wärmere Gewässer, der Sauerstoffgehalt sinkt: Lebensfeindliche Bedingungen vor allem für kälteliebende Fischarten wie Bachforelle, Äsche oder Saibling.
Nach wie vor fehlen seit Jahresbeginn rund 30 Prozent auf ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse: „Im Klimamittel sollten es bis zum 27. Juli im bundesweiten Flächenmittel 609 Millimeter Niederschlag sein. Bis jetzt fiel aber nur eine Regenmenge von 426 Millimeter. Damit war es in Österreich – zumindest seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts – in den ersten sieben Monaten eines Jahres nicht mehr so niederschlagsarm“, so Orlik.
Schwül und gewittrig
Es wird „heiß, heiß, heiß“: Hitzewelle mit über 35 Grad erreicht Tirol
Künftig mehr Einschränkungen?
Das kostbare Gut wird knapper: Auch Tirol muss beim Wasserverbrauch umdenken
Hitze und Dürre
Ein Zielkonflikt? Wie Minister Totschnig Klimaschutz und Wachstum vereinbaren will
Vierte Hitzewelle kommt
Kommentare