Schon 90.000 Euro gesammelt: Auf die Krebs-Diagnose folgte eine wahre Spendenflut für Tiroler
Dank einer Crowdfunding-Initiative kann sich der Tiroler Lehrer Michael Kraher eine vielversprechende Immuntherapie in China leisten. Für den in Dubai lebenden und arbeitenden zweifachen Familienvater die letzte Hoffnung, um seinem Darmkrebs doch noch beizukommen. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr.
Der Darmkrebs, der zwei Jahre zuvor bei einem Routine-Check festgestellt worden war, schien zwischenzeitlich besiegt. Zumindest dachte sich Michael Kraher das, bevor er im Herbst 2025 eines Besseren belehrt wurde. Die weißen Flecken auf seiner Leber verhießen nichts Gutes. Er war also zurück.
Eine zelluläre Hinterlist, die seine Ärzte so nicht erwartet hätten. Mit einer Strahlkraft, die ein Arsenal Chemotherapie zur Folge hatte. „Ich galt bereits als geheilt, dann ging es wieder zurück an den Start“, erinnert sich der Innsbrucker Pädagoge, der seit zehn Jahren in Dubai arbeitet und mit seiner Frau Maya sowie den zwei Töchtern (7 bzw. 8 Jahre alt) am Stadtrand lebt.
Nach anfänglichem Therapieerfolg verschlechterte sich seine Situation, eine Mutation stellte die Experten vor ein Rätsel, die Medikation wurde auf Tabletten umgestellt. „Da ging es mir nach wenigen Schritten teilweise so, als wäre ich auf dem Mount Everest, so anstrengend war das. Alles war eine Qual.“ Mit seiner Frau Maya – wie Kraher Mathematiklehrer – beriet sich der 50-Jährige eingehend: „Wir kamen zum Schluss: So geht es nicht weiter, wir müssen etwas unternehmen.“
Die Recherche erstreckte sich über die ganze Welt, das Feld onkologischer Forschungsarbeit wurde sukzessive bearbeitet. Der klavierbegeisterte Mathematiker weiß: „Noch stehen wir nicht mit dem Rücken zur Wand, aber langsam gehen uns die Möglichkeiten und wohl auch die Zeit aus.“
300 E-Mails versandte man in dieser Zeit, bis man in China auf eine als „RT 201“ titulierte Immuntherapie stieß. Das Ziel: Der Körper solle den Krebs als Feind erkennen und seine Immunzellen dagegen mobilisieren. Allerdings: Jeder der drei bis vier erforderlichen Zyklen, die man in Shanghai absolvieren muss, beläuft sich auf 45.000 Euro. Geld, das Kraher nicht aufbrachte. Lapidare Erklärung: „Ich will schließlich kein finanzielles Desaster hinterlassen.“
Seine Frau Maya startete unter dem Titel „Team Mike together for a bright Future“ eine Crowdfunding-Initiative (www.gofundme.com) – Familie, Freunde, ehemalige Kollegen vom Innsbrucker Institut für Sportwissenschaften beteiligten sich daran.
Binnen weniger Tage gingen Tausende Euro ein, mittlerweile liegen über 87.000 Euro bereit (Stand Sonntag), 400 Leute folgten dem Aufruf. Beträge bis zu 10.000 Euro wurden gespendet – der Höchstbetrag von einem anonymen Geldgeber. Michael Kraher selbst reiste vergangenen Donnerstag nach Shanghai, einen Monat lang muss er sich in der Metropole für weitere Untersuchungen und den Therapie-Start bereithalten. Sein Ansprechpartner: ein Professor, der an der kalifornischen Elite-Uni UCLA geforscht hatte.
Das Projekt – ein Hoffnungsschimmer für Michael Kraher und seine Frau Maya: „Neben den großzügigen Spenden, die für unsere Familie einen riesigen Unterschied gemacht haben, bedeutet uns auch die überwältigende Welle der Liebe und Unterstützung unglaublich viel.“
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