41 Grad in Wien: Neuer Allzeit-Hitzerekord in Österreich
Wien – Österreich hat einen neuen Hitze-Rekord: In Wien-Stammersdorf wurden am Dienstagnachmittag 41 Grad gemessen, wie aus Daten der Geosphere Austria hervorgeht. Damit ist der Allzeitrekord aus dem Jahr 2013 übertroffen. Damals waren im niederösterreichischen Deutsch-Altenburg 40,5 Grad gemessen worden. Auch die Messstellen in Langenlebarn im Tullnerfeld mit 40,7 Grad und in St. Pölten mit 40,6 Grad in Niederösterreich übertrafen den ehemaligen Höchstwert.
Laut dem Wetterdienst Tauernwetter überschritten mit neun Messstationen noch nie so viele an einem Tag die 40-Grad-Marke. Zudem sind in St. Pölten erstmals seit Aufzeichnungsbeginn mehr als 40 Grad gemessen worden.
Höchste Temperaturen am Dienstag
- Wien Stammerdorf: 41,0 Grad
- Langenlebarn: 40,7 Grad
- St. Pölten: 40,6 Grad
- Wien Innere Stadt: 40,4 Grad
- Bad Deutsch-Altenburg: 40,4 Grad
- Krems: 40,2 Grad
- Langenlois: 40,2 Grad
- Wieselburg: 40,1
- Gars am Kamp: 40,0 Grad
Quelle: Geosphere Austria, Stand 17.20 Uhr
Höhepunkt der Hitzewelle
„Der heutige österreichische Allzeit-Hitzerekord mit 41 Grad in Wien-Stammersdorf markiert den Höhepunkt der zweiten Hitzewelle in diesem Sommer“, bilanzierte Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher Generaldirektor Geosphere Austria, am Dienstag in einer Aussendung. „Solche Hitzewellen werden zukünftig heißer, häufiger, dauern länger und treten deutlich früher im Jahr auf – wie heuer bereits im Juni. Diese Kombination aus Intensität, Dauer und Häufigkeit hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit und Produktivität unserer Gesellschaft“, betonte Schaffhauser.
Österreich und weite Teile Europas sind „absolute Hotspots der Erderwärmung. Der diesjährige Sommer macht deutlich, wie dringend wir hier gegensteuern und in Klimaschutz und Klima-Anpassungsmaßnahmen investieren müssen“.
Klimawandel und Hitze
Zwar ist eine einzelne Hitzewelle ein natürliches Wetterphänomen, das es auch schon früher gegeben hat. Alle WissenschafterInnen sind sich aber einig: Durch die globale, menschengemachte Erderwärmung werden solche Extreme in ihrer Häufigkeit, Dauer und Intensität massiv verstärkt. Selbiges gilt für Unwetterereignisse.
Auch in Niederösterreich Temperaturrekord geknackt
Die Geosphere hatte für Dienstag und Mittwoch in Wien, dem Nordburgenland und im Nordosten Niederösterreichs die höchste Wetterwarnstufe Rot ausgegeben. In Wien war erst am Montag ein neuer Hitzerekord von 40,1 Grad aufgestellt worden, dieser wurde bereits Dienstagmittag übertroffen.
Im Tagesverlauf sind die Temperaturen am Dienstag stark angestiegen. Um 13.30 Uhr meldete mit Stammersdorf die erste Station eine Maximaltemperatur jenseits der 40-Grad-Grenze. Bad Deutsch-Altenburg und Langenlebarn folgten eine halbe Stunde später. Gegen 15.30 Uhr wurden in Langenlebarn dann 40,7 Grad verzeichnet – der bisher höchste Messwert in Niederösterreich.
Schwerpunkt der Hitzewelle war am Dienstag zwar der Osten Österreichs. Allerdings war es auch im restlichen Österreich durchwegs heiß, zumindest im Flachland und in den tieferen Lagen: Von den rund 250 von der APA beobachteten Wetterstationen der Geosphere Austria (unter 1.500 Meter Seehöhe) meldeten um 14.00 Uhr nur noch 22 Höchsttemperaturen unter 30 Grad.
Trockenheit als Ursache
Diese extremen Temperaturen seien laut einer meteorologischen Einschätzung des Wetterdienstes Tauernwetter der großen Trockenheit geschuldet: Da kaum mehr Wasser aus den Böden verdampfen kann, fehle der kühlende Effekt. Wenn Wasser verdunstet, entziehe dies der Luft Energie und bremse die Erwärmung, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Diese Verdunstungsabkühlung bleibe mittlerweile im Osten fast vollkommen aus. (APA, TT.com)
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