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Selenskyj sprach mit Rutte über weitere Luftabwehrraketen

NATO-Chef Rutte und Ukraines Präsident Selenskyj
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Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte Möglichkeiten zur Beschaffung weiterer Luftabwehrraketen erörtert. "Wir haben unsere Bemühungen in Bezug auf Länder koordiniert, die über die erforderlichen Raketen und die Fähigkeit zur Hilfe verfügen", so Selenskyj am Mittwoch auf X. Ebendort erklärte Rutte, er werden mit den Verbündeten besprechen, wie man der Ukraine weiterhin die Luftabwehrmittel beschaffen könne, die sie dringend benötige.

"Mark ist über die Bedrohungen gut informiert", ließ Selensky wissen. "Es ist entscheidend, jegliche Bürokratie zu beseitigen und die erforderlichen politischen Entscheidungen zu treffen."

Zuvor waren nach ukrainischen Angaben bei schweren russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und die umliegende Region sind mindestens 17 Menschen getötet und mehr als 40 Menschen verletzt worden. Selenskyj hatte anschließend gesagt, der Mangel an Raketenabwehrsystemen habe erneut Menschenleben gekostet. Zudem seien mehrere Lagerhäuser in der Region um Kiew bei dem Luftangriff in der Nacht beschädigt worden, teilte der Rettungsdienst auf Telegram mit. Die Ukraine griff Russland mit großen Drohnenschwärmen an und traf mehrere Logistikzentren und eine Raffinerie.

Nach Informationen der ukrainischen Eisenbahn gab es mehrere Tote an einer Bahnstation in Browary, als eine Rakete ein Logistikzentrum in der Nähe traf. Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben des Verteidigungsministeriums auch in der Nähe der ukrainischen Hafenstadt Odessa drei Frachtschiffe beschädigt. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau sprach von einem Massenangriff mit Präzisionswaffen, der sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet habe.

Die ukrainische Flugabwehr hat nach eigenen Angaben keine der anfliegenden Raketen abfangen können. Wie die Luftwaffe in Kiew mitteilte, setzten die russischen Streitkräfte 24 ballistische Raketen Iskander-M und umfunktionierte Flugabwehrraketen S-400 sowie 4 Hyperschallraketen vom Typ Zirkon ein. Keine davon wurde als abgewehrt gemeldet. Von 115 angreifenden Drohnen verschiedener Typen seien 98 abgefangen worden.

Wegen wachsender Gefahr durch russische Angriffe werden 525 Kinder und Jugendliche in und um die Stadt Kramatorsk in der Ostukraine nahe der Frontlinie zwangsweise evakuiert. "Die Sicherheitslage verschlechtert sich, daher ist es inakzeptabel, Kinder der ständigen Gefahr russischer Angriffe auszusetzen", teilte der Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, am Mittwoch mit. Es sei eine schwierige, aber notwendige Entscheidung.

Es geht demnach um 59 Minderjährige aus der Ortschaft Krasnotorka, 140 aus der Ortschaft Bilenke und 326 aus Kramatorsk. Die Kinder stammen demnach aus 424 Familien. Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte große Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kramatorsk ist weniger als 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

In Ufa in der Teilrepublik Baschkortostan, etwa 1.500 Kilometer von der Ukraine entfernt, wurde nach Angaben russischer Telegramkanäle eine Raffinerie getroffen. Fotos zeigten eine hohe Rauchsäule über der Anlage von Baschneft-Novoil. Offiziell teilte Republikchef Radij Chabirow mit, dass Drohnentrümmer auf ein Industriegelände gefallen seien und einen Brand ausgelöst hätten. Tote oder Verletzte gebe es nicht, schrieb er in sozialen Netzwerken. Die insgesamt drei Raffinerien in Ufa waren auch im Juni, Juli und Anfang August Ziel ukrainischer Attacken gewesen.

Die Ukraine setzte auch ihre Angriffsserie gegen Russlands größten Online-Händler Wildberries fort. Getroffen wurde ein Logistikzentrum in der Stadt Alexin südlich von Moskau, wie die Behörden im Gebiet Tula bestätigten. Ein Mensch sei verletzt worden. Der Brand des Lagerhauses sei mittlerweile unter Kontrolle. Berichten auf dem Telegramkanal Astra zufolge wurden auch Lagerhallen bei Domodedowo am Stadtrand von Moskau und in Selenodolsk in der Teilrepublik Tatarstan angegriffen.

Der russische Präsident Wladimir Putin ernannte unterdessen Denis Ljamin zum Leiter der neu gegründeten Drohnen-Streitkräfte. Diese Teilstreitkraft ist für den Einsatz von unbemannten Systemen zuständig. Ljamin war zuvor Stabschef der Truppengruppe "Zentrum" der russischen Streitkräfte.

Die Ukraine verteidigt sich seit viereinhalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Immer wieder kommt auch die Hauptstadt unter Beschuss.