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Tote und Verletzte in der Ukraine bei russischen Angriffen

Szene nach einem Angriff in Odessa
© APA

Bei einer Serie von russischen Angriffen auf ukrainische Regionen sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Region Dnipro kamen nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt. Russische Militärs hatten die Oblast mit Artillerie und Fliegerbomben angegriffen, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. Auch aus der russischen Stadt Belgorod wurden Tote gemeldet.

In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurden laut Nachrichtenagentur Ukrinform drei Menschen getötet und 37 verletzt. Am Samstagabend wurden in der ostukrainischen Stadt Pawlohrad mehrere Menschen bei russischen Angriffen verletzt. Ganscha berichtete auf Telegram von neun Verletzten, unter ihnen vier Kinder, im Alter zwischen drei Monaten und sechs Jahren. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

Bei einem russischen Angriff auf den ukrainischen Hafen von Odessa sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj acht Menschen verletzt worden. Die Hafenanlagen seien in der Nacht beschädigt worden, sagte Selenskyj am Sonntag. "Damit führen die Russen Krieg gegen die weltweite Ernährungssicherheit." Die Häfen von Odessa sind die Hauptroute für die umfangreichen Agrarexporte der Ukraine.

Der jüngste russische Großangriff auf die Region um Odessa hat in der Nacht auf Sonntag für einen massiven Stromausfall gesorgt. "In der Früh waren mehr als 300.000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom; mittlerweile ist ein Drittel wieder mit Strom versorgt", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung und zur Beseitigung der Schäden dauerten an.

Selenskyj kündigte Vergeltung an. Die Ukraine habe "angemessene Antworten" für jeden russischen Angriff parat. Der Krieg werde "für alle Russen zu Hause" immer spürbarer werden. Die Ukraine werde weiterhin die russische Erdölindustrie und andere Infrastruktur angreifen. "Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden."

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau griffen die Streitkräfte in der Nacht die ukrainische Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer an. In den Häfen von Odessa und Tschornomorsk sowie in nahe gelegenen Ortschaften seien Treibstofflager getroffen worden, teilte das Ministerium mit. Diese seien für die Versorgung des ukrainischen Militärs genutzt worden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, eines ihrer Lager in der Ukraine sei am Freitag zerstört worden. Berichte über Verletzte habe es nicht gegeben, schrieb Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X. Das Team habe einen Teil der Vorräte retten können. Attacken auf Gesundheitseinrichtungen müssten aufhören, forderte der Generaldirektor.

Zudem griff Russland zwei Ölraffinerien in der nordostukrainischen Region Sumy an. Die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA meldete, der Angriff habe Ölförderanlagen im Bezirk Ochtyrka zum Ziel gehabt.

Nach Angaben seines Verteidigungsministeriums hat Russland die Ortschaften Wasjutynske und Torezke in der ostukrainischen Region Donezk eingenommen. Dies berichtete RIA. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Russland führt seit fast viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. In jüngster Zeit greifen die russischen Streitkräfte überwiegend zivile Ziele im Nachbarland an.

Unterdessen sind bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod in der Nacht fünf Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden. Dies teilten die örtlichen Behörden mit. Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, so der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram. Bilder in sozialen Netzwerken ließen auf mehrere Brände in der Stadt schließen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt. Belgorod ist der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Großstadt Charkiw beschießen und im Industriegebiet Donbass angreifen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe in der Nacht mehr als 150 ukrainische Drohnen über dem europäischen Teil des Landes sowie über der annektierten Halbinsel Krim, dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer zerstört. In Noworossijsk, einem wichtigen russischen Exporthafen am Schwarzen Meer, seien Drohnentrümmer auf zwei Anlagen gefallen, sagte Bürgermeister Alexander Krawtschenko, ohne die Standorte zu nennen.