Beben der Stärke 7,4

Nach schwerem Erdbeben in Kolumbien: Bereits mehr als 160 Todesopfer

Eingestürzte Gebäude nach dem Erdbeben in Pereira: Menschen suchen mithilfe eines Krans in den Trümmern nach Überlebenden.
© JAIME SALDARRIAGA

Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,4 lag nahe San José del Palmar im Westen des Kolumbiens. In mehreren Landesteilen wurden schwere Schäden gemeldet. Bislang wurden 164 Tote und mehr als 570 Verletzte gemeldet. Die Regierung rief den Notstand aus.

Pereira – Nach dem schwersten Erdbeben in Kolumbien seit Jahrzehnten haben Rettungskräfte am Dienstag die Suche nach Überlebenden fortgesetzt. Bei dem Beben der Stärke 7,4 kamen am Montag mindestens 164 Menschen ums Leben. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt. Einsatzkräfte, Soldaten und Freiwillige suchten die Nacht hindurch in eingestürzten Häusern nach Verschütteten. In den Städten Cali und Pereira wurden nächtliche Ausgangssperren verhängt.

Das Beben hatte sich am Montag um 07.34 Uhr (Ortszeit, 14.34 Uhr MESZ) ereignet. Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer relativ armen Region an der Pazifikküste. Auch nahe gelegene Städte im Westen des Landes wurden erschüttert, in ihnen brach teilweise Panik aus. Kolumbiens neuer Staatschef Abelardo de la Espriella sprach von tausenden beschädigten oder zerstörten Häusern und rief den Katastrophenfall aus.

Flughafen-Terminal wankte

In der 2,2-Millionen-Metropole Cali starben nach offiziellen Angaben mindestens 85 Menschen. Auch Teile eines Krankenhauses waren eingestürzt. Rund 600 Patienten mussten auf der Straße behandelt werden, wie der Krankenhausdirektor Irne Torres Castro dem Fernsehsender Caracol erklärte. Die 43-jährige freiwillige Helferin Carmen Yasmin Garcia sagte, ihre Gruppe habe sieben Menschen aus einem eingestürzten Gebäude gerettet. Vier weitere Verschüttete und ein Hund seien jedoch noch vermisst.

In Pereira, der Hauptstadt der Provinz Risaralda, meldeten die Behörden 66 Tote. Ein von der Nachrichtenagentur Reuters verifiziertes Video in den sozialen Netzwerken zeigte, wie das Terminal des dortigen Flughafens während des Bebens heftig schwankte und Deckenteile herabstürzten. In der ländlichen Provinz Chocó nahe dem Epizentrum waren 13 Todesopfer zu beklagen.

Anwohner helfen bei der Suche nach Überlebenden

Auch Cali im Südwesten Kolumbiens wurde schwer von dem Beben erschüttert.
© JOAQUIN SARMIENTO

Journalisten berichteten von zahlreichen zerstörten Häusern in Cali und Manizales. In Manizales knickte unter anderem einer der Türme der bekannten Kathedrale ein. Im stark betroffenen Cali im Südwesten des Landes räumten Einsatzkräfte und Freiwillige am Dienstag mit bloßen Händen die Trümmer beiseite, um Überlebende zu finden.

Gebäudeteile der Kathedrale in Manizales sackten nach dem Beben in sich zusammen.
© ANDRES VALENCIA

Zuletzt hatten im Juni zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Kolumbiens Nachbarland Venezuela erschüttert. Dort stieg die Opferzahl inzwischen auf über 6300, wie Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am Montag mitteilte.

Frühere Erdbeben in Kolumbien

Das zuvor heftigste Erdbeben ereignete sich 1958 vor der Küste zwischen Ecuador und Kolumbien mit einer Stärke von 7,6. Dabei kamen laut Geologischem Dienst nur 15 Menschen ums Leben. Im Jahr 1999 wiederum waren in der Stadt Armenia und nahe gelegenen Gemeinden bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 mehr als Tausend Menschen ums Leben gekommen. (APA/AFP)

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