Österreichs Hoffnungsträger

Deutscher Buchpreis: Elias Hirschl ist mit „Schleifen“ nominiert

Elias Hirschl hat mit dem Roman „Schleifen“ Chancen auf den Deutschen Buchpreis.
© Weixelbraun

Der Wiener Schriftsteller darf auf eine der meistbeachteten Literaturauszeichnungen im deutschen Sprachraum hoffen: Er ist für seinen Roman „Schleifen“ für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert – und zählt wohl auch zum engeren Favoritenkreis.

Frankfurt am Main – Mit „Schleifen“ hat Elias Hirschl den Sprung auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Der im Zsolnay Verlag erschienene Roman des Wieners gehört zu den 20 Titeln, die in diesem Jahr um eine der medial meistbeachteten und in der Regel verkaufsförderndsten Auszeichnungen des deutschsprachigen Literaturbetriebs konkurrieren.

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Wenige Überraschungen

Wirkliche Überraschungen bietet die Auswahl allerdings kaum. Zu den Favoritinnen und Favoriten dürften neben Hirschl vor allem Shida Bazyar mit „Die Lücken“ und die Bachmannpreisträgerin des Jahres 2023, Valeria Gordeev, mit „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ zählen. Bazyar machte zuletzt auch international auf sich aufmerksam: Die englische Übersetzung ihres Debütromans „Nachts ist es leise in Teheran“ stand 2026 auf der Shortlist des International Booker Prize.

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Auch Heinz Strunk – hierzulande vielen nicht zuletzt durch seine Auftritte in der legendären FM4-Sendung „Salon Helga“ ein Begriff – ist mit seinem dieser Tage erschienenen neuen Roman „Memories of Heidelberg“ für den Deutschen Buchpreis nominiert. Vertreten ist außerdem Helene Bukowski, die mit „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ bereits im Finale um den Preis der Leipziger Buchmesse stand.

Alle Nominierten auf einen Blick

  • Shida Bazyar: „Die Lücken“ (Kiepenheuer & Witsch)
  • Helene Bukowski: „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ (Claassen)
  • Miriam Carbe: „Unerwünschte Töchter“ (Carl Hanser Verlag)
  • Muri Darida: „King Cobra“ (dtv)
  • Alisha Gamisch: „Parasiti“ (Voland & Quist)
  • Franziska Gänsler: „Orca“ (Kein & Aber)
  • Tomer Gardi: „Liefern“ (Tropen Verlag)
  • Valeria Gordeev: „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ (S. Fischer Verlag)
  • Elias Hirschl: „Schleifen“ (Paul Zsolnay Verlag)
  • Svenja Leiber: „Nelka“ (Suhrkamp Verlag)
  • Leh-Wei Liao: „Glaszeit“ (Luchterhand Literaturverlag)
  • Peggy Mädler: „Selbstregulierung des Herzens“ (Galiani Berlin)
  • Giuliano Musio: „Aus anderem Holz“ (Luftschacht Verlag)
  • Yade Yasemin Önder: „Anti Müller“ (Park x Ullstein)
  • Lukas Rietzschel: „Sanditz“ (dtv)
  • Ingo Schulze: „Das Wasser im August“ (S. Fischer Verlag)
  • Heinz Strunk: „Memories of Heidelberg“ (Rowohlt Verlag)
  • Karosh Taha: „Gulistan“ (DuMont Buchverlag)
  • Lilli Tollkien: „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ (Aufbau Verlag)
  • Dana Vowinckel: „Anton und Alma“ (Suhrkamp Verlag)

Auch der Wiener Verlag Luftschacht im Preisrennen

Bei der Verteilung auf die Verlage dominieren keine einzelnen Häuser: Lediglich S. Fischer, Suhrkamp und dtv sind mit je zwei Romanen vertreten. Unter den kleineren Verlagen finden sich der Zürcher Verlag Kein & Aber, Voland & Quist und – aus österreichischer Sicht besonders erfreulich – der Wiener Verlag Luftschacht, der mit Giuliano Musios „Aus anderem Holz“ ins Preisrennen geht.

Nicht berücksichtigt wurde der Tiroler Norbert Gstrein mit „Im ersten Licht“, der im Frühjahr schon für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Die neuen Romane der früheren Buchpreis-Gewinner Lutz Seiler und Martina Hefter konnten aufgrund ihrer Veröffentlichungstermine nicht in die Auswahl kommen: Sie erscheinen erst kurz vor der Frankfurter Buchmesse.

180 Einreichungen

Insgesamt zeigt sich bei den Erscheinungsterminen ein leichtes Übergewicht des Frühjahrs: Elf der nominierten Romane sind Frühjahrstitel, neun kommen im Herbst heraus. Klarer fällt die Verteilung bei den Geschlechtern aus: 13 der 20 ausgewählten Bücher wurden von Autorinnen geschrieben. 17 Autorinnen und Autoren stehen erstmals auf der Longlist, zudem sind – das ist durchaus beachtlich – sechs Romandebüts vertreten.

106 deutschsprachige Verlage reichten insgesamt 180 Romane ein. Am 8. September wird die Longlist auf sechs Titel verkürzt. Wer den Deutschen Buchpreis erhält, entscheidet sich am 5. Oktober in Frankfurt – traditionell zu Beginn der Buchmesse-Woche.

Auf den Sieger oder die Siegerin warten 25.000 Euro. Die übrigen fünf Autorinnen und Autoren der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro. Insgesamt ist die Auszeichnung damit mit 37.500 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr gewann die Schweizer Schriftstellerin Dorothee Elmiger mit ihrem Roman „Die Holländerinnen“.

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