1939–2026

Trauer in Telfs: Altbürgermeister Helmut Kopp ist verstorben

Altbürgermeister Helmut Kopp bei den Zeitzeugen-Gesprächen im Haus der Musik im Jahr 2016.
© Rottensteiner

Im Alter von 87 Jahren ist Altbürgermeister Helmut Kopp am 11. August gestorben. Er stand drei Jahrzehnte – von 1974 bis 2004 – an der Spitze von Telfs. In seine Zeit als Dorfchef fällt der Wandel der Marktgemeinde.

Telfs – Altbürgermeister Helmut Kopp (ÖVP) ist am 11. August verstorben. Die Marktgemeinde trauert um einen langjährigen Ortschef. Unter seine Amtszeit fällt der Wandel des Ortes zu einer modernen, wirtschaftlich starken und bunten Gemeinde. Die Liebe zu seinem Ort sei auch über Parteigrenzen spürbar gewesen, heißt es.

Altbürgermeister Helmut Kopp (l.) bei der Weihe der neuen Friedensglocke im Juni 2023.
© Axel Springer

Bürgermeister Christian Härting zeigt sich betroffen und streut seinem bedeutenden Vorgänger Rosen: „Mit Helmut Kopp verliert die Marktgemeinde Telfs eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten. Als Langzeitbürgermeister von 1974 bis 2004 hat er unseren Heimatort mit außergewöhnlichem Einsatz, Weitblick, Mut und Gestaltungskraft geformt: als starke Gemeinde, wirtschaftliches Zentrum der Region, Bildungs-, Sport- und Kulturort und als vielfältigen Lebensraum für alle Generationen.“

Turbulente Zeiten

Helmut Kopp habe Verantwortung in einer Zeit großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen übernommen. Denn die florierende Textilindustrie geriet in die Krise und stellte Telfs vor tiefgreifende Herausforderungen. Kopp führte die Gemeinde, so Härting, mit Verhandlungsgeschick, Beharrlichkeit, Mut, feinem Gespür und einem unnachahmlichen Führungsstil in eine neue Phase der Entwicklung. „Am Ende seiner Amtszeit war Telfs in zentralen Lebensbereichen modernisiert und für die Anforderungen der Zeit neu aufgestellt.“

Härting betont auch die Menschlichkeit von Kopp. „Doch war Helmut nie nur Verhandler, Gestalter und Umsetzer großer Projekte. Er war ein Bürgermeister, der die Menschen kannte, ihnen zuhörte und besonders jene im Blick hatte, die Unterstützung brauchten. Im Unterstützungsverein Telfer helfen Telfern lebt sein soziales Engagement weiter.“

Helmut Kopp sprach mit allen. Hier in einem Gespräch mit dem damaligen Landeshauptmannstellvertreter Hannes Gschwentner (SP) und Stephan Opperer (v.l.)
© Holzedl

Fest steht für Härting: „Seine politische, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Handschrift wird in Telfs noch lange spürbar bleiben.“

Wegbegleiterin trauert

Auch Silvia Wechselberger, 36 Jahre lang Geschäftsführerin der Volksschauspiele Telfs, gedenkt Kopp: „Ohne ihn gäbe es die Tiroler Volksschauspiele in Telfs nicht“, sagt sie. Er sei ein wunderbarer Mensch und großartiger Bürgermeister gewesen. Für Wechselberger war er „ein Visionär, dem es immer um die Sache und nie um sich selbst ging. Er hatte Herz und Verstand und das richtige Gespür. Er liebte seine Telferinnen und Telfer, hatte für alle ein offenes Ohr. Telfs und wir alle haben ihm viel zu verdanken. Eine große Ära geht zu Ende.“

Wechselberger erinnert sich auch an turbulente Zeiten und Kopps Unterstützung der Kultur. „Helmut Kopp hat den Tiroler Volksschauspielen 1982 in Telfs eine neue und dauerhafte Heimat gegeben. Hall wollte die Aufführung von STIGMA von Felix Mitterer nicht, Helmut Kopp hat uns wagemutig mit den Worten ,Kemmt’s zu uns – bei uns gibt’s koa Zensur‘ aufgenommen. Helmut Kopp hat uns verteidigt und beschützt und ist uns immer zur Seite gestanden“.

Erst 2024 war Kopp wegen seiner Verdienste um die Volksschauspiele RUTH-Preisträger gewesen.