Brände toben in Europa: 2000 Menschen fliehen in Deutschland, griechischer Ferienort evakuiert
In mehreren europäischen Ländern, darunter Italien, Frankreich, Deutschland und Kroatien, toben alte und neue Waldbrände. Tausende Menschen mussten die Flucht ergreifen.
📍Fast 2000 Menschen in Deutschland geflohen
Ein sich schnell ausbreitender Waldbrand hat bei Hürtgenwald im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen fast 2000 Menschen in die Flucht getrieben und einen Großeinsatz ausgelöst. Wegen der nahenden Flammen räumten die Behörden in der Nacht auf Freitag den Ortsteil Gey mit etwa 1800 Einwohnern, wie der Kreis Düren und die Gemeinde Hürtgenwald mitteilten. Der am Donnerstag ausgebrochene Waldbrand weitete sich demnach inzwischen auf eine Fläche von rund 300 Hektar aus.
Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren am Freitag im Einsatz. Hubschrauber unterstützten die Brandbekämpfung durch Wasserabwürfe aus der Luft, drei weitere Helikopter der Bundeswehr und des Landes befanden sich nach Behördenangaben auf dem Weg. Auch zwei Panzer der Bundeswehr waren demnach im Einsatz. In den brennenden Wald wurden in der Nacht zudem Schneisen gezogen, um die weitere Ausbreitung der Flammen einzudämmen.
📍Brände toben weiter in Provinz Udine
Auf dem Monte Amariana in der norditalienischen Provinz Udine hat sich ein Brand weiter ausgebreitet. Angeheizt durch den Wind erfassten die Flammen auch weitere Bereiche des Hangs oberhalb der Gemeinde Amaro. Feuerwehrleute schützten am Freitag einen landwirtschaftlichen Betrieb und hielten den Brandherd unter Kontrolle, der sich der Anlage näherte.
Neben einem Canadair-Löschflugzeug waren im Laufe des Donnerstags drei Hubschrauber des regionalen Flugdienstes im Einsatz. Das Flugzeug nahm Löschwasser zunächst bei Santa Croce in Venetien, später im Kärntner Weißensee und vor der Küste bei Grado auf. Unterstützt werden die Einsatzkräfte vom regionalen Forstdienst, der Feuerwehr sowie zahlreichen freiwilligen Helfern.
Auch in Como kam es in der Nacht zu einem größeren Waldbrand. Rund 50 Personen mussten am bewaldeten Monte Goj ihre Häuser verlassen. Die Familien wurden vom Roten Kreuz und dem Zivilschutz betreut. Insgesamt waren rund 130 Feuerwehrleute aus mehreren Provinzen im Einsatz, unterstützt von zahlreichen Zivilschutzhelfern, Löschhubschraubern und zwei Canadair-Flugzeugen.
📍 Brand im Südwesten Frankreichs erfasst 1100 Hektar Land
Im Südwesten Frankreichs hat ein neuer Waldbrand 1.100 Hektar Land erfasst. Die Ausbreitung des am Donnerstag in einem Kiefernwald im Département Landes ausgebrochenen Feuers sei zwar "gebremst" worden, erklärte Feuerwehrchef Arnaud Fabre am Freitag. Der Präfekt des Départements, Gilles Clavreul, warnte jedoch angesichts von Temperaturvorhersagen von 36 Grad Celsius, bei der Brandbekämpfung seien die "nächsten 15 Stunden entscheidend".
Der Brand, dessen Ursache noch unklar ist, hatte sich am Abend aufgrund wechselnder Winde sehr schnell ausgebreitet. Insgesamt 525 Menschen wurden bisher vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Clavreul zufolge waren rund 500 Feuerwehrleute im Einsatz.
📍Verletzte und zerstörte Häuser an Kroatiens Adria
An der der kroatischen Adriaküste im Raum Omiš wurden durch einen Waldbrand Menschen verletzt sowie Häuser und Autos zerstört. Mehr als ein Dutzend Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, darunter sieben mit lebensgefährlichen Verbrennungen, berichteten kroatische Medien. Mehr als 1000 Menschen wurden in der Nacht zum Freitag vorübergehend in Turnhallen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Sicherheit gebracht. Viele Touristen seien mit Autos geflohen. Die Behörden hätten aber auch Evakuierungen per Schiff über die Adria organisiert, hieß es.
Freitagfrüh war die Lage weitgehend unter Kontrolle. Davor hatten Hunderte Feuerwehrleute mit fast 300 Löschfahrzeugen sowie vier Löschflugzeugen gegen die Flammen gekämpft. Die Löscharbeiten wurden auch durch starken Wind erschwert, der die Ausbreitung des Feuers begünstigte.
📍Feuer auf Chalkidiki unter Kontrolle
Ein großer Waldbrand auf der westlichen Landzunge der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki ist indes nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht worden. Zahlreiche kleinere Brandherde und Glutnester müssten aber noch überwacht und gelöscht werden.
Das Feuer war am Donnerstagnachmittag nahe dem Ferienort Siviri auf der Halbinsel Kassandra ausgebrochen und hatte sich in dem dicht bewaldeten Gebiet rasch ausgebreitet. Die Behörden forderten Bewohner und Urlauber über das griechische Notfallwarnsystem zur Evakuierung auf. Küstenwache und Privatleute brachten zahlreiche Menschen mit Booten aus dem gefährdeten Küstengebiet in Sicherheit. Insgesamt seien 481 Menschen auf dem Seeweg evakuiert worden, so die Behörden. (APA/dpa/AFP, TT.com)