Trockenste zwölf Monate in Österreich in 176 Jahren Messgeschichte
Laut Geosphere Austria ist keine rasche Entspannung zu erwarten. Selbst normaler Regen kann das Niederschlagsdefizit nicht beheben.
Wien – Nicht nur der aktuelle Sommer hat Österreich eine nie da gewesene Trockenheit beschert. Die Niederschlagsdefizite sind bereits seit einem Jahr auf Rekordniveau. „Die vergangenen zwölf Monate werden als die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850 in die Geschichte eingehen“, bilanziert Klimaforscher Klaus Haslinger von der Geosphere Austria in einer Aussendung. An einigen Messstellen im Osten Österreichs hat es wochenlang nicht geregnet, und eine rasche Entspannung ist nicht absehbar.
In der Zeit vom 1. Jänner bis 12. August 2026 hat es auf 72 Prozent der österreichischen Landesfläche mehr trockene Tage gegeben als in jedem der vergangenen 65 Jahre. „Seit 23. Februar 2026 herrscht in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ein nahezu durchgehendes Niederschlagsdefizit“, ergänzt der Klimatologe Peter Müller. Im Zeitraum vom 23. Februar bis 9. August fielen nur 210,9 statt der üblichen 405 Millimeter. „Das ist die niederschlagsärmste vergleichbare Periode seit zumindest 1961.“ Die bisherigen Tiefstwerte aus dem Jahr 2003 (265,8 Millimeter) und 2015 (275 Millimeter) liegen deutlich darüber.
Aktuell sei nicht absehbar, dass sich diese Phase enormer Trockenheit entspannen wird, sagen die Experten. „Das vorhandene Niederschlagsdefizit könnten selbst durchschnittliche Niederschläge nicht so schnell beheben“, erläutert Haslinger. „Ab Oktober deuten die Langfristprognosen etwas feuchtere Witterung an, allerdings sind Prognosen im Alpenraum grundsätzlich sehr unsicher, wenn es über einen Vorhersagehorizont von einem Monat hinausgeht.“ (APA)
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