Israels Polizeiminister fordert, mehr Palästinenser zu töten
Scharfe Kritik an Israels Polizeiminister kommt aus der jüdischen Gemeinde in Österreich: Ben-Gvir sei „eine Schande für das gesamte jüdische Volk und eine Schande für den Staat Israel“.
Tel Aviv, Salzburg – Vor Gesprächen über die Nachkriegsordnung im Gazastreifen hat Israels rechtsradikaler Polizeiminister zur Tötung von noch mehr Palästinensern in dem Küstenstreifen aufgerufen. Es sei kein Geheimnis, dass er in dieser Frage Meinungsverschiedenheiten mit Premier Benjamin Netanjahu habe, sagte Itamar Ben-Gvir in einem Podcast mit der ehemaligen Gaza-Geisel Rom Braslavski.
„Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen“, sagte der Vorsitzende der Partei Ozma Jehudit (Jüdische Kraft). Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, erklärte der Polizeiminister. Es gebe im Gazastreifen viel mehr Menschen, die es nicht verdient hätten zu leben.
„Jüdische Gemeinden zahlen hohen Preis“
Die Aussagen sorgten für scharfe Kritik aus der jüdischen Gemeinde in Österreich. „Itamar Ben-Gvir ist eine Schande für das gesamte jüdische Volk und eine Schande für den Staat Israel“, erklärte Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten.
Einmal mehr müsse die israelische Regierung sichtbare Konsequenzen ziehen und Ben-Gvir aus der Regierung entfernen, forderte Rosen. Der Polizeiminister sei sowohl eine Gefahr für die innere Sicherheit Israels als auch für die internationale Stellung des jüdischen Staates, so Rosen. „Es sind auch die jüdischen Gemeinden außerhalb Israels, die für diese Radikalität einen spürbaren und hohen Preis zu zahlen haben.“ (TT, APA)
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