Neuer KV ist fix

Mehr Geld im Tourismus: Lohn für 250.000 Beschäftigte steigt ab Oktober

Die rund 250.000 Beschäftigten der Hotellerie und des Gastgewerbes erhalten ab Oktober im Schnitt um 3 Prozent mehr Geld.
© imago/Imagebroker

Nach monatelangem Ringen um einen neuen Kollektivvertrag haben sich die Gewerkschaft und die Wirtschaftskammer nun geeinigt: Die Beschäftigten der Branche erhalten im Schnitt um 3,02 Prozent mehr Geld. Bei Lehrlingen sind es 3,44 Prozent, bei Beschäftigten der Lohngruppe 5 sind es 3,48 Prozent.

Es war ein mehr als zähes Ringen: Nach monatelangen Verhandlungen steht nun der neue Kollektivvertrag für die rund 250.000 Beschäftigten in der heimischen Hotellerie und Gastronomie. In mehreren Gesprächsrunden in der vergangenen Woche haben sich die Gewerkschaft vida und die Wirtschaftskammer geeinigt, wie die Arbeitnehmervertretung am Dienstag bekanntgab. Per 1. Oktober wurden demnach Lohnerhöhungen von im Schnitt 3,02 Prozent fixiert. Lehrlinge erhalten um durchschnittlich 3,44 Prozent mehr Geld.

Steuerfreie Prämie

Für die größte Beschäftigtengruppe der Branche, die der Lohngruppe 5 (Hilfskräfte ohne Lehre oder Fachausbildung) zuzurechnen ist, wurde den Angaben zufolge eine Anhebung um 3,48 Prozent verhandelt. „Zusätzlich wurde für den Großteil der Beschäftigten eine fixe Prämie und die Möglichkeit einer freiwilligen steuerfreien Prämie vereinbart“, teilte die Gewerkschaft weiters mit.

Sie verteidigte die zuletzt lautstark vorgebrachte Kritik an der Gastronomie und Hotelbranche in den vergangenen Wochen: Sie sei „nicht übertrieben, sie war belegt“, bekräftigt vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit. Der Einigung waren vier gescheiterten Verhandlungsrunden, ein Abbruch durch die Wirtschaftskammer und Protestaktionen der Beschäftigten vorangegangen.

Die Nachbesserung im KV jetzt würden insbesondere den Lehrlingen sowie den Geringverdienern in der Branche zugute kommen, hieß es von der vida.

Lob von der Hotellerie

„Gute Arbeit verdient faire Bezahlung. Gleichzeitig müssen Unternehmen die Löhne dauerhaft erwirtschaften können“, begrüßt Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung, die Einigung. Der Abschluss bringe den Betrieben Planungssicherheit und den Beschäftigten Klarheit für die kommenden Monate. „Unsere Teams leisten jeden Tag einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Branche. Gleichzeitig müssen die Betriebe Kostenanstiege stemmen können. Der Abschluss ist ein vernünftiger Ausgleich.“

„Fakt ist, dass es in den letzten Jahren immer einen Reallohngewinn gegeben hat“, ergänzte der Obmann des WKÖ-Fachverbands Gastronomie, Alois Rainer. Der durchschnittliche Anstieg der Löhne und Gehälter im Zeitraum 2021 bis 2025 habe 27,1 Prozent bei einer Inflation von 23,8 Prozent im gleichen Zeitraum betragen. Noch deutlicher war die Steigerung den Angaben zufolge bei den Lehrlingseinkommen, diese hätten sich in den vergangenen vier Jahren im Durchschnitt um 35 Prozent erhöht.

Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) bezeichnete den KV-Abschluss als „wichtiges Signal für den Tourismusstandort“. (APA, TT)