Agentenboss aufgeflogen: Was hat der CIA-Chef heimlich in Moskau gemacht?
John Ratcliffe war angeblich nicht im Kreml. Aber sein Besuch in der russischen Hauptstadt sorgt für Spekulationen.
Washington, Moskau – Der Chef des amerikanischen Auslands-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, war am Dienstag heimlich in Moskau. Das bestätigte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Am Vortag hatte er noch behauptet, nichts von der Anwesenheit eines ranghohen Amerikaners zu wissen. Von US-Seite gab es zunächst keine Bestätigung für die Reise.
Wen genau Ratcliffe getroffen hat, worum es bei den Gesprächen ging und wer womöglich mit ihm in Moskau war, blieb vorerst offen. Kremlsprecher Peskow dementierte lediglich Spekulationen, wonach der CIA-Chef auch Kremlherrscher Wladimir Putin getroffen haben könnte. Die Kontakte seien über geheimdienstliche Kanäle gelaufen.
Verdächtige Transportmaschine
Bekannt geworden war die Visite durch Berichte über eine große Transportmaschine der US-Regierung, die von der Joint Base Andrews nahe Washington startete und zunächst in die lettische Hauptstadt Riga flog, gefolgt von einem Business-Jet. Solche Maschinen werden laut Washington Post oft bei Besuchen verwendet, für die man eigene Fahrzeuge und Equipment mitbringt.
Einen Tag später flog nur die Transportmaschine weiter nach Moskau und verweilte dort acht Stunden, bevor sie den Rückflug antrat. Zudem gab es Berichte über einen diplomatischen Konvoi durch Moskau. Auffallend war außerdem, dass die Drohnenangriffe der Ukraine auf Moskau am Dienstag pausierten.
Ukraine – oder doch der Iran?
Der bis dahin letzte bekannte Besuch eines CIA-Chefs in Moskau war Ende 2021. Der damalige Geheimdienst-Chef William Burns sollte Putin im Auftrag von US-Präsident Joe Biden von einem Angriff auf die Ukraine abhalten – was offenkundig nicht gelang.
Spekulationen zufolge könnte es auch diesmal um die Ukraine gegangen sein. Oder um den Iran, mit dem Russland eng verbündet ist. Die US-Regierung versucht derzeit, den Iran international zu isolieren, um die Führung zum Einlenken zu zwingen. (TT, dpa)
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