Signal an Social-Media-Branche

Meta zahlt fast 17 Mrd. Dollar und entgeht damit einem brisanten Prozess

Das Gesicht von Meta-Chef Mark Zuckerberg und das Logo des Konzerns. Sie müssen jetzt Änderungen für junge Nutzer vornehmen.
© AFP/Angerer

Der Konzern von Mark Zuckerberg wehrt sich gegen Vorwürfe von 29 US-Bundesstaaten, er habe Kinder gezielt süchtig gemacht.

Washington – Der Internet-Gigant Meta hat im Streit über die Gefahren sozialer Medien für Kinder und Jugendliche mit zahlreichen US-Bundesstaaten einen Vergleich geschlossen. Im Rahmen der Einigung zahlt der Mutterkonzern von Facebook und Instagram bis zu 16,68 Mrd. Dollar an die Bundesstaaten, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. Zudem verpflichtet sich Meta zu landesweiten Änderungen für jugendliche Nutzer.

Zu diesen Änderungen gehören standardmäßige tägliche Zeitlimits und nächtliche Zugangssperren. Mit dem Vergleich entgeht das Unternehmen einem viel beachteten Prozess, der vorige Woche gestartet war.

Verbraucher getäuscht? Illegal Daten gesammelt?

In dem Verfahren vor einem Bundesgericht in Kalifornien hatten 29 Bundesstaaten Meta vorgeworfen, seine sozialen Netzwerke gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Minderjährige abhängig machen. Zudem habe der Konzern Verbraucher über die Sicherheit seiner Plattformen getäuscht und unrechtmäßig persönliche Daten von Kindern gesammelt, um damit KI-­Modelle zu trainieren.

Vor Gericht hätten auch Meta-­Chef Mark Zuckerberg sowie ein ehemaliger Mitarbeiter aussagen sollen, der zum Whistleblower geworden ist. Dabei ging es unter anderem um die Frage, was Meta über mögliche Schäden wusste, die seine Produkte bei Kindern anrichten können. Dazu gab es angeblich interne Erkenntnisse.

Meta dementiert die Vorwürfe weiterhin

Meta wies die Vorwürfe im Rahmen der Einigung erneut zurück und erklärte zugleich, sich für den Schutz von Kindern auf seinen Plattformen im Internet einzusetzen.

Die Kläger hatten 200 Mrd. Dollar gefordert. Sie wollten einen Musterprozess führen, der die gesamte Social-Media-Branche verändert. Vorbild war die Kampagne gegen die Tabak-Branche in den Neunzigerjahren. Strengere Regeln für Social Media sind in den USA mittlerweile ein politisches Anliegen, das beide großen Parteien vorantreiben. (TT, APA, AFP)