Das sind die besten Bühnen

Die Münchner Kammerspiele sind das Theater des Jahres

„Wallenstein“ – eine „Schlachtplatte in sieben Gängen“ nach Friedrich Schiller in den Münchner Kammerspielen – wurde zur „Inszenierung des Jahres“ gewählt.
© Armin Smailovic

Bei der traditionellen Kritikerumfrage des Fachmagazins „Theater heute“ erhielt das Haus unter Intendantin Barbara Mundel die meisten Stimmen. Auch die Inszenierung des Jahres kommt aus München. Zwei Auszeichnungen gingen nach Österreich.

Die Münchner Kammerspiele sind für die Kritikerinnen und Kritiker das Theater des Jahres. Das ergab die aktuelle Jahresumfrage des Fachmagazins Theater heute, an der 45 Theaterkritiker teilnahmen. Das Haus unter der Leitung von Barbara Mundel setzt sich damit vor das Maxim Gorki Theater, das Berliner Ensemble und das Schauspiel Köln durch.

Gleich zwei der wichtigsten Auszeichnungen gingen an Produktionen aus München. Zur Inszenierung des Jahres wurde Jan-Christoph Gockels siebenstündige Schiller-Adaption „Wallenstein“ gewählt. Die Produktion hatte bereits beim Berliner Theatertreffen für Aufmerksamkeit gesorgt und zählt zu den meistdiskutierten Theaterabenden der vergangenen Saison.

Die Kritik hat gewählt: Das Ergebnis der „Theater heute“-Umfrage im Überblick

  • Theater des Jahres: Münchner Kammerspiele
  • Inszenierung des Jahres: „Wallenstein“ (Regie: Jan-Christoph Gockel)
  • Dramaturg:innen des Jahres: Viola Hasselberg und Claus Philipp
  • Schauspielerin des Jahres: Paulina Alpen
  • Schauspieler des Jahres: Guido Lambrecht
  • Nachwuchskünstlerin des Jahres: Annika Neugart
  • Bühnenbild des Jahres: Ida Müller („Peer Gynt“)
  • Stücke des Jahres: „To My Little Boy“ (Caren Jeß) und „Play Auerbach!“ (Avishai Milstein)
  • Ärgernis des Jahres: Wolfram Weimer und die CDU-Kulturpolitik

Auch aus österreichischer Sicht brachte die Kritikerumfrage erfreuliche Ergebnisse. Der Österreicher Claus Philipp wurde gemeinsam mit Viola Hasselberg für die Arbeit an „Wallenstein“ als Dramaturg des Jahres ausgezeichnet. Die Grazer Schauspielerin Pia Hierzegger kam mit ihrer 24-stündigen Performance „The Second Woman“ bei den Wiener Festwochen auf den zweiten Platz der Wahl zur Schauspielerin des Jahres.

Den Titel Schauspielerin des Jahres sicherte sich Paulina Alpen für ihre Leistung in „Die Welt im Rücken“ am Schauspiel Stuttgart. Schauspieler des Jahres wurde Guido Lambrecht für seine Rolle in „Serotonin“ am Hans-Otto-Theater Potsdam. Als Nachwuchskünstlerin des Jahres wurde Annika Neugart geehrt, die ebenfalls in „Wallenstein“ mitwirkte.

Die Südtiroler Dramatikerin Miriam Unterthiner kam in der Nachwuchskategorie in die engere Wahl. Weitere Auszeichnungen gingen an Ida Müller, deren Comic-Bühnenbild für „Peer Gynt“ an der Berliner Volksbühne zum Bühnenbild des Jahres gewählt wurde. Als Stücke des Jahres bestimmten die Kritiker Caren Jeß' „To My Little Boy“ sowie Avishai Milsteins „Play Auerbach!“. (dpa, TT)