Wieder ausgeschieden

„EM-Fluch“ bei Österreichs Kletterern hält weiter an: Kein Einzug ins Vorstiegfinale

Wieder nicht im EM-Vorstieg-Finale: der Innsbrucker Jakob Schubert.
© Gourdol

Österreichs Kletter-Asse haben bei der Europameisterschaft in Laval (FRA) im Vorstieg den Finaleinzug verpasst. Der „EM-Fluch“ des Innsbruckers Jakob Schubert hält an, ein Ausrutscher kostete ihm einen möglichen Platz im Finale. Bei den Damen konnte die Niederösterreicherin Jessica Pilz nicht an ihre starken Leistungen aus der Qualifikation anschließen.

Mit großen Erwartungen ging der zweifache Olympia-Medaillengewinner Jakob Schubert in die Europameisterschaft. Der Tiroler Routinier hatte sich den ersten Europameistertitel in seiner Paradedisziplin zum Ziel genommen, zumindest eine Medaille. Doch daraus wurde nichts. Im Semifinale rutschte der 35-Jährige bei einer für ihn unscheinbaren Stelle mit dem Fuß ab und landete mit 19 Griffen am Ende des Halbfinal-Feldes (24.).

„Ich habe langsam das Gefühl, dass bei Europameisterschaften wirklich ein Fluch auf mir lastet. Abgesehen von der Goldmedaille in der Kombination in München 2022 ist es nie wirklich gut gelaufen, weit schlechter als bei Weltmeisterschaften. Eigentlich habe ich mich wirklich gut vorbereitet und auch so gefühlt“, so Schubert.

Das Halbfinale war wesentlich schneller vorbei als gedacht. „Ich bin mit dem Fuß auf die glatte Stelle vom Griff gekommen. Es ist etwas Pech dabei, allzu viel kann ich mir nicht vorwerfen. Ich hätte es solider lösen müssen, die Gefahr habe ich nicht gesehen. Zum Klettern bin ich kaum gekommen, was schade ist – die Route hätte cool ausgesehen.“

Am langfristigen Ziel Olympische Spiele Los Angeles 2028 ändert die verpatzte EM nichts. „Meine Wettkampfsaison 2026 ist damit beendet, wenn auch nicht mit dem gewünschten Abschluss. Es ist frustrierend, vor allem, weil mir beim letzten Weltcup in Chamonix auch ein Fehler unterlaufen ist. Ich muss analysieren, ob es einen Grund dafür gibt. Jetzt will ich aber abschalten und mich auf meine Felsprojekte konzentrieren.“

Nach 24 Griffen war Endstation: Jessica Pilz.
© Slobodan Miskovic

Bei den Damen ruhten die rot-weiß-roten Hoffnungen auf Jessica Pilz. Mit dem zweiten Platz in der Qualifikation hatte sie ihre Medaillenambitionen untermauert, doch auch sie verpasste den Finaleinzug der Top-8. Nach 24 Griffen war im Semifinale Endstation, Platz 19 lautet das Ergebnis.

„Ich habe gerade gar nicht so richtig die Worte dafür. Die lange Wartezeit zu Beginn hat mir zusätzlich etwas die Geduld geraubt. Das konnte ich in der Route leider nicht komplett ausblenden und bin dadurch ziemlich gestresst geklettert. Am Ende war ich etwas zu hastig und habe den entscheidenden Zug nicht sauber genug vorbereitet“, so die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Paris. „Es lag also weniger am Klettern selbst, sondern eher an meinem Mindset – ich war einfach zu ungeduldig.“