Nach tödlichen Schüssen bei Rave in der Schweiz: Tätersuche läuft auf Hochtouren
Nach den tödlichen Schüssen bei einem Technofestival im schweizerischen Aarau ermitteln die Behörden in alle Richtungen. Eine 22-jährige Italienerin wurde getötet, fünf weitere Personen wurden verletzt. Auch Stunden nach der Tat sind Motiv, Täterzahl und Hintergründe weiterhin unklar.
Nach den folgenschweren Schüssen bei einem Technofestival in der Schweiz läuft die Fahndung auf Hochtouren. Auch viele Stunden nach der Tat in Aarau mit einem Todesopfer und mehreren Verletzten wollten sich die Ermittler weiterhin nicht festlegen, ob sie einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu untersuchen – und ob es einen oder mehrere Täter gibt.
Die Schüsse waren in der Nacht zum Sonntag gefallen. Eine 22-jährige Italienerin wurde getötet. Vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau erlitten leichte bis schwere Verletzungen, wie die Aargauer Kantonspolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am späten Abend mitteilte. Die Verletzten im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.
Die Schüsse am frühen Sonntagmorgen waren nach Angaben der Ermittler aus mindestens zwei Waffen abgegeben worden. Es seien unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten. Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen. Das Motiv hinter den Schüssen ist weiterhin unklar.
📽️ Video | Schüsse bei einem Rave in der Schweiz: Was wir wissen
Erste Notrufe kurz nach dem Ende des Raves
Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Augenzeugen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien. Da der Ernst der Lage laut Polizei sofort deutlich wurde, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich demnach noch weit mehr als 100 Personen auf dem Festivalgelände auf.
Der Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab – etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Das italienische Todesopfer wohnte in der Region.
Auch deutsche Ermittler vor Ort
Aufgrund der Nähe zur deutschen Grenze ist auch die Polizei in Deutschland routinemäßig an der Fahndung beteiligt. Die Kantonspolizei Aargau hat die Bevölkerung zudem aufgerufen, mögliches Video- und Bildmaterial von der Tat an ihren Instagram-Kanal zu senden. (dpa)
Eine Tote, mehrere Verletzte