ÖGB zum Zillertal-Stau: „Zu lange auf Gewinnmaximierung gesetzt“
Das Zillertal versinkt täglich zu den Stoßzeiten im Verkehrschaos. Pendler leiden unter langen Staus, die laut ÖGB psychisch stark belasten. Der ÖGB fordert von Politik und Tourismus konkrete Lösungen, um Lebensqualität der Einheimischen zu sichern und Arbeitswege zu erleichtern.
SCHWAZ. Der ÖGB Schwaz prangert die täglichen Staus im Zillertal an. Bernhard Reiter, Regionalsekretär des ÖGB, warnt: „Die Verkehrslage im Tourismus-Hotspot Zillertal wird sich zuspitzen.“ Dies zerre an den Nerven der Arbeitnehmer, die fast täglich im Stau stehen.
Reiter betont die psychische Belastung. Ein mühsamer Arbeitsweg fordert mental stark. Stress, Zeitverlust und Machtlosigkeit belasten Pendler schon vor Arbeitsbeginn. Ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel ist oft nicht möglich.
Die Lebensqualität der Einheimischen leidet seit Jahren. Reiter kritisiert den Tourismus. „Man hat zu lange auf Gewinnmaximierung gesetzt“, sagt er. Hotelkapazitäten seien ohne Prüfung der Rahmenbedingungen ausgebaut worden. Der Rückhalt für diese Tourismus-Dimension schwinde in der Bevölkerung deutlich. „Hier wäre weniger entschieden mehr!“, so Reiter.
Im Schatten des Tourismus
Tirols geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied ergänzt:„Was wir derzeit im Zillertal erleben, ist ein Paradebeispiel dafür, dass Infrastruktur, Arbeitswege und Lebensqualität der Menschen nicht im Schatten des Tourismusinteresses stehen dürfen.“ Beschäftigte bräuchten zumutbare Arbeitswege, ohne täglichen Stresstest. Sie fordert gemeinsame Lösungen: Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, intelligente Verkehrslenkung und Entlastung der Einheimischen.
Föger-Kalchschmied betont zudem den Wert der Beschäftigten. Sie seien das Rückgrat der Wirtschaft. Ihre wichtige Arbeit und Stressresistenz trügen maßgeblich bei, gerade im Tourismus.
Volle Betten, aber täglich Stau
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