Nach verheerender Sturzflut

Außerferner Verein hilft im Krisengebiet in Nepal: Spendenaufruf gestartet

Die Sturzflut forderte nach Angaben der nepalesischen Polizei mehr als 1000 Todesopfer, fast 4600 Personen werden noch vermisst. Viele Überlebende stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.
© Arun Sankar/AFP

Die Außerferner Initiative „Schulkinder Nepal“ hat ein Frauenhaus für 20 Frauen und deren Kinder nahe Kathmandu gebaut. Im Oktober wird es eröffnet. Wegen der Flutkatastrophe erweitern die Helferinnen ihre Mission und bitten um Spenden für dringend benötigte Hilfsgüter.

Reutte – Seit 2009 engagiert sich der Außerferner Verein „Schulkinder Nepal“ für den Aufbau von Infrastruktur und für soziale Projekte in den entlegensten Regionen des Himalaya-Staates. In den vergangenen 17 Jahren wurden beeindruckende Ergebnisse erzielt: Unter anderem wurden Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und eine Geburtenstation errichtet, sowie Wasserleitungen in den entlegensten Bergdörfern verlegt. Auch soziale Soforthilfe und dringende Operationen konnten durch die Spenden aus Tirol ermöglicht werden.

Schutz für Frauen und Kinder

Jetzt kann das Team rund um Ulrike Jäger, Paula Müller, Hannelore Gnadlinger und Gaby Adamtschuk einen weiteren Meilenstein feiern. Das Frauenhaus in Panauti, rund 30 Kilometer außerhalb von Kathmandu, ist fertig. Es bietet 20 Frauen und ihren Kindern Schutz und Unterkunft. Ende Oktober reisen die engagierten Außerfernerinnen nach Nepal, um das „Frauenhaus Außerfern“ feierlich einzuweihen.

Das Frauenhaus in Panauti wird im Oktober feierlich eröffnet.
© Jäger

Doch die Freude ist getrübt. Die Bilder der schrecklichen Flutkatastrophe haben auch die Helferinnen aus Reutte schwer erschüttert. „Wir haben kurzerhand beschlossen, unsere Pläne über den Haufen zu werfen und nach der Eröffnung des Frauenhauses gleich ins Krisengebiet zu fahren, um dort zu helfen“, sagt Ulli Jäger.

Die Projekte des Außerferner Vereins sind vom Unglück nicht betroffen. „Doch die Not im Krisengebiet ist groß. Wir bitten daher dringend um Spenden, die zu 100 Prozent direkt vor Ort eingesetzt werden“, erklärt Ulrike Jäger.

Keine Sachspenden

Sachspenden sind nicht erwünscht. Jäger: „Wir bitten ausschließlich um Geldspenden. Wir werden mit unserem nepalesischen Partner Rabindra Puri schauen, was die Leute wirklich benötigen, und diese Dinge dann auch vor Ort kaufen. Seien es Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel oder Kleidung – immerhin steht der Winter vor der Tür.“

Im Juli besuchte Rabindra Puri die Helferinnen Ulrike Jäger, Gaby Adamtschuk, Paula Müller und Hannelore Gnadlinger (v.l.) im Außerfern.
© Jäger

Um die für ihre Projekte benötigten Gelder zu sammeln, sind die Vereinsmitglieder das ganze Jahr über unermüdlich im Einsatz. Auch bei Veranstaltungen wie dem Almabtrieb am 12. September in Grän, am 21. September in Tannheim oder am 3. Oktober beim Herbstmarkt in Reutte werden wieder selbstgefertigte Produkte verkauft.

„Jeder Euro zählt“, betonen die Helferinnen, die mindestens 14 Tage in Nepal bleiben werden, um die Hilfe persönlich ins Krisengebiet zu bringen.

So können Sie helfen

Wer die Arbeit des Vereins gerne unterstützen möchte, kann auch direkt auf das Spendenkonto einzahlen: „Schulkinder Nepal“, BIC: RBRTAT22, IBAN: AT 58 3699 0000 0906 2019.