Femizid in Grazer Innenstadt: Tatverdächtiger Mann festgenommen
Graz – Eine 24-jährige Frau ist Donnerstagmittag bei einem offensichtlichen Gewaltdelikt in einer Wohnung in der Grazer Innenstadt getötet worden. Das teilte die Landespolizeidirektion Steiermark mit. Ein Verdächtiger, ein 23-jähriger Mann aus dem familiären Umfeld, wurde noch im Wohnhaus festgenommen. "Die genauen Hintergründe sowie der Tathergang sind derzeit Gegenstand intensiver polizeilicher Erhebungen", hieß es. Der mutmaßliche Täter wurde noch nicht vernommen.
Die Polizei war gegen 12.40 Uhr wegen eines Gewaltdelikts gerufen worden. Als die Beamtinnen und Beamten eintrafen, gab es für das Opfer allerdings keine Rettung mehr. Es starb noch am Tatort. Im Stiegenhaus des Gebäudes wurde der Verdächtige festgenommen. Die Frau dürfte allein in der Wohnung gewesen sein, als der 23-Jährige zu ihr kam.
Tatortermittler haben ihre Arbeit aufgenommen und mit der Spurensicherung begonnen. Details zu einer möglichen Tatwaffe wollte die Polizei vorerst aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben. Zum Tatmotiv konnten ebenfalls vorerst noch keine Angaben gemacht werden. Die Vernehmungen des Verdächtigen sowie weiterer Personen sind noch ausständig, sagte Polizeisprecher Sabri Yorgun.
Kritik von SPÖ und Grünen
Die beiden SPÖ-Ministerinnen Eva-Maria Holzleitner und Anna Sporrer teilten in einer gemeinsamen Aussendung mit: "Es braucht mehr Männer, die aufstehen, gegen Gewalt. Es braucht mehr positive Vorbilder. Es braucht mehr Männer, denen es nicht egal ist, wenn in Österreich Frauen ermordet werden. Es braucht mehr Männer, die sich solidarisch zeigen und stark machen für Gewaltschutz, Prävention und Unterstützung."
Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen, kritisierte indessen das Schweigen von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und der FPÖ: "Während der Kanzler schweigt, lässt seine Bundesregierung beim Gewaltschutz weiter wertvolle Zeit verstreichen." Wenn sich ein "Verbrechen für rassistische Stimmungsmache instrumentalisieren lässt, braucht die FPÖ meist nicht lange für eine Aussendung. Werden Frauen von Männern aus ihrem eigenen Umfeld ermordet, ist es plötzlich erstaunlich still", so Disoski.
(APA)
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