„Florentiner“ in der Vitrine: Habsburger Kronjuwelen ab Freitag in Kanada ausgestellt
Die wertvollen Stücke galten als verschollen, bis Karl Habsburg sie vor knapp einem Jahr der Öffentlichkeit präsentierte. Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) lässt prüfen, ob die Republik Ansprüche darauf erheben kann.
Schon der Titel der Ausstellung im Museum der schönen Künste in der kanadischen Provinzhauptstadt Québec spielt auf die sagenumwobene Geschichte der Schaustücke an: „Hidden Treasure: A Century of Mystery“. Auf Deutsch: „Verborgener Schatz: Ein Jahrhundert voller Geheimnisse“. Ab Freitag zeigt das Museum die Habsburger Kronjuwelen, darunter den 137 Karat schweren gelben „Florentiner“. Zur Eröffnung hat sich auch Kaiserenkel Karl Habsburg angesagt.
Der letzte Kaiser Karl hatte die Schmuckstücke im November 1918 in den Wirren um die Auflösung der österreichischen Monarchie und die Gründung der Republik aus der Schatzkammer in der Wiener Hofburg abholen lassen. Er starb 1922 auf der Insel Madeira. Witwe Zita floh 1940 aus Belgien vor den Nazis nach Kanada. Den Schmuck hatte sie in einem Koffer bei sich. In Québec landeten die wertvollen Stücke in einem Schließfach.
Anerkennung für den Zufluchtsort
Im vergangenen November ging Karl Habsburg, der nunmehrige Chef des Hauses Habsburg, mit der Sensation an die Öffentlichkeit: Die meisten der verschollen geglaubten Stücke sind fast vollständig vorhanden. Die Ausstellung in Kanada sieht er als „ein Zeichen der Anerkennung dafür, dass unsere Familie in Québec einen sicheren Zufluchtsort vor Verfolgung gefunden hat“.
Eine Ausstellung der Juwelen in Österreich hat Habsburg bisher ausgeschlossen. Zu groß sind offenbar die Bedenken, dass die Republik Ansprüche anmelden und die Stücke beschlagnahmen könnte.
Edikt schützt Juwelen vor Pfändung
Die Sorge wirkt offenbar bis Kanada: Die Provinzregierung von Québec hat extra ein Edikt erlassen, um die Schmuckstücke für die Dauer der Ausstellung vor Pfändung zu schützen.
In Wien hat Vizekanzler Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) nach dem Auftauchen der Stücke eine Kommission eingesetzt, um die Besitzverhältnisse zu prüfen. Leiter der Gruppe ist Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur. Er will bis Ende September einen Bericht vorlegen.
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