Schlechter Lesen: Warum die PISA-Studie trotzdem nicht nur Schattenseiten zeigt
Was können 15- und 16-Jährige? Die PISA-Studie zeigt die Entwicklung in 91 Ländern. Österreich liegt in allen Feldern besser als der EU-Durchschnitt. Aber auch hierzulande sind die Werte in Lesen und Mathematik rückläufig.
Der Abwärtstrend bei den Kompetenzen der Jugendlichen nach Corona im internationalen PISA-Bildungsvergleich setzt sich fort: Am Dienstag wurden die Ergebnisse für das Jahr 2025 veröffentlicht. Und bereits zum zweiten Mal nach dem Test 2022 gingen die Werte in Mathematik und Lesen zurück. Österreich kann sich diesem Trend nicht verschließen. Im internationalen Vergleich liegen die 15- und 16-Jährigen hierzulande aber noch immer sowohl besser als der Durchschnitt sowohl der EU-Staaten als auch aller 91 teilnehmenden Länder.
Am PISA-Test nahmen 15- und 16-jährige Jugendliche aus 91 Staaten teil, darunter sind alle Mitglieder der EU und der Wirtschaftsorganisation OECD. In Österreich wurden knapp 7000 Jugendliche aus 256 zufällig ausgewählten Schulen getestet. Abgefragt wurden vier Bereiche: Lesen, Mathematik, Naturwissenschaft und erstmals „Computergestütztes Problemlösen“.
Positiv sticht aus österreichischer Sicht der Bereich Naturwissenschaften hervor. 497 Punkte bedeuten ein Plus von sechs Punkten im Vergleich zu 2022 und liegt über dem OECD-Schnitt von 482. Im Lesen kamen die österreichischen Jugendlichen auf 467 Punkte - das ist zwar ebenfalls leicht über dem OECD-Schnitt (461), allerdings ein erneuter Rückgang um 13 Punkte. OECD-weit gingen die Lese-Ergebnisse im Vergleich zu 2022 mit minus 14 Punkten in etwa im gleichen Ausmaß zurück.
Südkorea und Japan top
Gleiches gilt für die Mathematik. Hier kamen die österreichischen 15- und 16-Jährigen auf 477 Punkte. Das liegt klar über dem OECD-Schnitt (463), ist allerdings ein Rückgang um zehn Punkte und damit in etwa das gleiche Minus wie OECD-weit (minus neun Punkte). Im erstmals getesteten Bereich „Lernen in der digitalen Welt“ landeten die heimischen Jugendlichen mit 509 Punkten ebenfalls über dem OECD-Schnitt.
Am besten schnitten OECD-weit wieder Südkorea und Japan ab. In Europa erreichten Estland (Naturwissenschaften, Mathe, Lernen in digitaler Welt) und Irland (Lesen) die besten Werte. Die absolut besten Ergebnisse erzielten die extra ausgewerteten vier chinesischen Provinzen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang (Nawi: 597, Lesen: 527, Mathe: 612) sowie Singapur (Nawi: 560, Lesen: 535, Mathe: 563).
Österreich erstmals überall über dem internationalen Schnitt
Insgesamt liegen die Leistungen der heimischen Schülerinnen und Schüler erstmals seit Einführung der PISA-Studien in allen Testdisziplinen signifikant über dem OECD-Schnitt. Das liegt allerdings mit Ausnahme der Naturwissenschaften und des erstmals erhobenen Lernens in der digitalen Welt daran, dass die Leistungen in den anderen OECD-Staaten noch stärker zurückgegangen sind.
Bemerkenswert ist vor allem die negative Entwicklung beim Lesen: In Europa erreicht mittlerweile nur mehr Irland den ursprünglichen Mittelwert von 500 Punkten. Mit 467 Punkten rangiert Österreich mittlerweile sogar hinter der Türkei (472), befindet sich dabei aber in guter Gesellschaft der Schweiz (470) oder Deutschlands (465). Auch Finnland rangiert zumindest beim Lesen nur mehr knapp davor (474). (APA)
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