Diamanten, Gold und Trends: Einblicke bei Tiroler Juwelier Winkler
Juwelier Gabriel Winkler schildert, welche Schmuckstücke bei Kunden besonders gefragt sind und wie sich die Branche verändert hat.
🎧 Podcast | Gabriel Winkler im Gespräch
Ihre Familie betreibt jeweils ein Schmuckgeschäft in Landeck und in Serfaus und in der Landecker Malserstraße den Standort „Time by Winkler“. Wie unterscheiden sich diese Standorte?
Gabriel Winkler: Meine Eltern haben früh erkannt, wie wichtig Spezialisierung ist. Deshalb haben wir das Unternehmen aufgeteilt. Juwelier Winkler steht für klassischen Schmuck, Verlobungs- und Eheringe sowie hochwertige Schweizer Uhrenmarken. Dazu kommt unsere hauseigene Werkstätte mit drei Goldschmieden. Im Geschäft „Time by Winkler“ finden die Kunden aktuelle Trends und Marken.
Welche Kunden sprechen Sie in Serfaus an?
Gabriel Winkler: Serfaus ist sehr touristisch geprägt. Dort haben wir nur in den Saisonen geöffnet. Unsere Kundschaft besteht überwiegend aus Gästen, vor allem aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz und vielen weiteren Ländern.
Die Uhren- und Schmuckbranche lebt von Tradition, aber auch von Innovation. Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert?
Gabriel Winkler: Unsere Produkte sind sehr emotional, gleichzeitig sind Qualität und Individualität wichtiger denn je geworden. Durch unsere Werkstätte mit drei Goldschmieden können wir viele Kundenwünsche individuell umsetzen, sofern sie technisch machbar sind.
Welche Trends beobachten Sie aktuell?
Gabriel Winkler: Technik hält zunehmend Einzug in den Schmuckbereich. Es gibt Armbänder, die sich dehnen lassen, oder Ringe, die sich an unterschiedliche Fingergrößen anpassen. Denn der Ringfinger ändert sogar im Laufe eines Tages seine Stärke.
Sie verkaufen klassische Luxusgüter. Spüren Sie die aktuelle wirtschaftliche Situation im Kaufverhalten?
Gabriel Winkler: Wir beobachten eine starke Polarisierung. Einerseits sind günstige Produkte gefragt, andererseits sehr exklusive und hochpreisige Schmuckstücke.
Sie kaufen auch Altgold, wie hat sich dieser Geschäftsbereich entwickelt?
Gabriel Winkler: Der hohe Goldpreis wird medial stark thematisiert, entsprechend groß ist das Interesse. Viele Kunden kommen zu uns und möchten wissen, welchen Wert ihre Schmuckstücke haben. Nicht jeder verkauft schließlich, aber das Interesse ist deutlich gestiegen. Es kommen definitiv mehr Menschen als früher, um Gold zu verkaufen.
Welche Rolle spielt das Internet für einen regionalen Juwelier?
Gabriel Winkler: Eine sehr wichtige. Kunden sind heute wesentlich besser informiert als früher. Deshalb muss man sich auf seine Schwerpunkte spezialisieren und bestens auskennen. Gleichzeitig möchten wir mit unserem Internetauftritt schon vor dem ersten Besuch zeigen, wofür wir stehen. Das ist allerdings mit erheblichem Aufwand verbunden, bei uns macht das mein Bruder Peter. Für die vielen Einzelunternehmer in unserer Branche ist es sehr schwer beim Kunden vor Ort zu sein und dazu noch einen Online-Store zu betreuen.
Das Gespräch führte Frank Tschoner
Juwelier Winkler
Das Unternehmen wurde von den Großeltern von Gabriel Winkler im Jahr 1953 gegründet. 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschäftigt. Gabriel Winkler ist auch Obmann des Juwelen-, Uhren-, Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandels in der Wirtschaftskammer Tirol.
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